Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Prompting

Gesund / 09.07.2021 • 10:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Prompting

Prompting: Kennen Sie den Begriff? Nein? Macht nichts. Ich habe ihn auch unlängst zum ersten Mal gehört. Ein Sportpsychologe hat ihn bei einem Vortrag gebracht. Im Netz finden sich zahlreiche, auch ziemlich umständliche Erklärungen. Dabei kann die Ableitung ganz einfach sein. Es geht darum, sich prompt zu entscheiden. Sie können es auch Denkanstoß nennen, in jedem Fall soll eine Verhaltensänderung erreicht werden. Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier, und Gewohnheiten sitzen tief. Sie abzulegen und in bessere umzuwandeln, fällt deshalb oft schwer. Wie also bringt man Sportmuffel in Bewegung? Mit Aussagen wie „Sport macht Spaß“ oder „Sport ist gut für die Figur“ offenbar nicht, wie Ralf Brand von der Universität Potsdam erklärte. Zu abstrakt für jemanden, der mit Bewegung nichts am Hut hat. Brand listete drei Gründe auf, keinen Sport zu betreiben: keine Zeit, kein Spaß daran, zu anstrengend.

Alles nachvollziehbar, aber alles auch widerlegbar. Es braucht nur einen Anfang und einen Anlass, der nach einer sofortigen Entscheidung verlangt, und dazu soll sich das Prompting eignen. Weniger prompt sollte jedoch der Einstieg in den Sport erfolgen, weil es letztlich das Gefühl ist, das Menschen anleitet, aufzuhören oder doch weiterzumachen, weil ihnen das Wohlbefinden, das sich mit Bewegung erreichen lässt, wichtig wird, ein Wert wird. Dann geht es noch darum, das neue Verhalten zur Routine werden zu lassen, und das beste Mittel dafür ist die Wiederholung. Gewohnheiten entstehen durch Wiederholung, auch die, die uns guttun.

Marlies Mohr

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