Auszeichnung für Diabetes-Forschung

Gesund / 07.01.2022 • 10:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Trotz Unfall-Handicap hielt Primar Drexel einen Vortrag. 
Trotz Unfall-Handicap hielt Primar Drexel einen Vortrag. 

Primar Heinz Drexel darf sich über Ehrenmitgliedschaft der ÖDG freuen.

Dornbirn Ehrenmitgliedschaften gibt es nicht umsonst. An ihre Verleihung sind Voraussetzungen geknüpft. Sie bedingt Verdienste und besondere Leistungen. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) hat bislang fünf Ehrenmitgliedschaften vergeben, vier davon an Mitglieder in Wien. Jetzt ist die einseitige Landkarte um Vorarlberg reicher geworden. Primar Heinz Drexel (70) durfte sich unlängst über diese besondere Auszeichnung freuen. Der langjährige Leiter der Internen Abteilung im LKH Feldkirch, aktuell Chef der Internen im LKH Bregenz und Geschäftsführer des Vivit-Instituts, ist seit 45 Jahren ÖDG-Mitglied. 2012 und 2013 bekleidete Heinz Drexel auch den Posten des Präsidenten. Bei der Verleihung lobte ÖDG-Pastpräsidentin Prof. Susanne Kaser die hervorragende Forschung, die er, Drexel, betrieben und damit viele Leute in die Forschung gebracht habe, die wieder auf höchstem internationalen Niveau publizieren. Auch er selbst ist immer noch sehr an der Wissenschaft interessiert: „Sie wird mich so schnell nicht loslassen.“

Helfen, heilen, forschen: Dieses Leitmotiv hat sich die Diabetesgesellschaft auf ihre Fahnen geheftet. In der Praxis heißt das Forschung und Patienten­orientierung zusammenzubringen. Diesem Anspruch hat sich Heinz Drexel während seines gesamten bisherigen Ärztelebens verschrieben. „Wir waren mit bei den Ersten, die den Diabetes, seine Ursachen und Folgen erforschten“, sagt Drexel. Diabetes reduziert sich nämlich nicht nur auf Zucker, sondern beeinflusst auch Blutfette sowie Blutdruck und damit einhergehende kardiologische Erkrankungen. Ursachenforschung war ihm deshalb immer besonders wichtig. Inzwischen gibt es zu diesen Themenbereichen gibt es über 400 Publikationen, die in Top-Journalen veröffentlicht wurden.

Gleichzeitig profitierten auch die Patienten von den neuesten Erkenntnissen. „Nachdem geklärt war, wie Übergewichtig zu Diabetes führt, konnten sehr rasch neue Diagnostik- und Therapieverfahren eingeführt werden“, nennt Heinz Drexel als ein Beispiel die Zuckerselbstmessung. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Einführung von Medikamenten, die keine Unterzuckerung mehr verursachen. Das Wissen um die Bedeutung der Blutfette im Zusammenhang mit Diabetes mündete ebenfalls in der Etablierung entsprechender Diagnose- und Therapieverfahren.

Präzise Aussagen gefordert

Die Forschungen dazu erfolgten quasi am Krankenbett. Patienten wurden eingeladen, an großen Feldstudien teilzunehmen, und Tausende beteiligten sich daran. „Freiwillig“, wie Drexel betont. Jede Studie durchlief zuerst eine Prüfung beim Ethikrat Vorarlberg oder jenem der Universität Innsbruck. An sich werden Studien eher zu seltenen Erkrankungen gemacht. Heinz Drexel machte es umgekehrt. Er ging den Ursachen häufiger Erkrankungen nach, da aber tiefer. „Die Wissenschaft ist viel präziser geworden“, erklärt er. Nicht mehr nur Zusammenhänge sind gefragt, sondern mehr noch präzise Aussagen etwa zu den Gründen für die Entstehung einer Erkrankung.

25 Jahre Vivit-Institut

Heinz Drexel ging seinen Forschungen in Innsbruck und Zürich nach. 1996 kam er ans LKH Feldkirch und gründete dort das von Land, KHBG und Privatpersonen unterstützte Vivit-Institut, das die Forschung in Vorarlberg ermöglichte. Derzeit wird er von 15 Mitarbeitenden unterstützt. Zum 25-Jahr-Jubiläum soll die Einrichtung auf eine breitere Basis gestellt werden. VN-MM

„Diabetes reduziert sich nicht nur auf Zucker, er beeinflusst auch Blutfette und Blutdruck.“

Gemeinsam mit Prof. Anton Luger (l.) erhielt Primar Heinz Drexel die Urkunde.wildbild
Gemeinsam mit Prof. Anton Luger (l.) erhielt Primar Heinz Drexel die Urkunde.wildbild

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