Der Physiotherapeut kommt ins Haus

Gesund / 01.04.2022 • 10:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Barbara Ganahl initiierte das österreichweit einzigartige Projekt.
Barbara Ganahl initiierte das österreichweit einzigartige Projekt.

Neues Projekt an der Uniklinik Innsbruck für Patienten mit Hüft-OP.

Innsbruck 577 Hüftprothesen wurden 2021 an der Innsbrucker Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie eingesetzt. Eine Hüftoperation mit Prothese ist für die betroffenen Personen auch nach erfolgreichem Eingriff ein großer Einschnitt im Alltag. Gerade in der Zeit kurz nach der OP kämpfen viele Patienten mit Ängsten vor einer Luxation (Ausrenkung) des künstlichen Gelenks und trauen sich nicht mit gutem Gefühl nach Hause in ihre gewohnte Umgebung.

Möglichkeiten aufzeigen

Um diesen Ängsten und potenziellen Gefahrenquellen besser zu begegnen, rief Barbara Ganahl, leitende Physiotherapeutin am Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation der tirol kliniken, mit ihrem Team ein Pilotprojekt ins Leben, das in Österreich erstmalig zum Einsatz kommt. Ab Frühsommer 2022 wird je nach Risikoabschätzung Patienten ein Hausbesuch vor der geplanten Hüftoperation von einem Physiotherapeuten des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation angeboten.

Bei diesem Besuch werden mögliche Stolperfallen, optimale Liege-und Sitz- sowie Verbesserungsmöglichkeiten genau eruiert und besprochen. Klassische Themen sind rutschende Teppiche, kritische Betthöhen oder einfach nur Tipps für das Hinsetzen und Aufstehen mit der Prothese. „Uns geht es aber nicht nur darum, Gefahren aufzuzeigen“, erklärt Barbara Ganahl, „sondern auch zu zeigen, was alles möglich ist mit dem neuen Hüftgelenk.“ Abteilungsdirektor Rohit Arora weist auf die Vorteile dieses gemeinsamen Projektes hin: „Unser Ziel ist es, dass sich die Patienten nicht nur während des Aufenthaltes bei uns, sondern schon vorher bestens aufgehoben wissen, sie sich sicher fühlen bei der Entlassung und möglichst bald trauen, ihren Alltag daheim mit ihrer Hüftprothese zu leben. Wir wollen, dass Patienten gut vorbereitet zur Operation kommen.“ Ein weiterer Vorteil dieses Projekts ist, dass Patienten mit Hüftprothesen mit dieser Sicherheit meist früher nach Hause entlassen werden können.

Eine gute Vor- und Nachbetreuung bei Einsetzen einer Hüftprothese kann Patienten Angst nehmen und sie im Alltag sicherer machen.clemens Unterwurzacher
Eine gute Vor- und Nachbetreuung bei Einsetzen einer Hüftprothese kann Patienten Angst nehmen und sie im Alltag sicherer machen.clemens Unterwurzacher

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