Im Schlaf zeigt sich die Risikofreude

Gesund / 01.04.2022 • 10:34 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Schon erstaunlich, was die Wissenschaft aus dem Schlaf ableiten kann. Für viele zählt wohl nur, dass sie gut schlafen. adobestock
Schon erstaunlich, was die Wissenschaft aus dem Schlaf ableiten kann. Für viele zählt wohl nur, dass sie gut schlafen. adobestock

Universität Bern hat dazu eine interessante Studie lanciert.

bern Forschende der Universität Bern haben ein im Schlaf auftretendes Muster im Gehirn entdeckt, das mit der Neigung zu mehr Risiko verbunden ist. Tiefschlaf in der „richtigen“ Hirnregion spielt demnach eine wichtige Rolle. Das berichtet das Team um Daria Knoch, Professorin für soziale Neurowissenschaft an der Universität Bern, im Fachblatt „NeuroImage“.

Die Forschenden maßen die Hirnwellen von 54 gesunden Erwachsenen, während diese zu Hause schliefen. Zudem ließen sie die Studienteilnehmenden ein Computerspiel spielen, das die Risikofreude erfasst – je mehr Risiko, desto mehr Geld gab es. Zahlreiche Studien deuten darauf hin, dass die Ergebnisse von im Labor durchgeführten Risikospielen mit dem Risikoverhalten im Alltag korrelieren.

So zeigte sich, dass eine höhere Risikofreude mit lokal niedrigeren Werten bei den langsamen Hirnwellen, die im Tiefschlaf auftreten, zusammenhing: Die Studienteilnehmenden, bei denen im rechten präfrontalen Cortex weniger langsame Hirnströme gemessen wurden, zeigten sich risikofreudiger. Der rechte präfrontale Cortex ist eine mit der Impulskontrolle verbundene Hirnregion.

Schlafdauer hat keinen Einfluss

Die Dauer der Schlafenszeit hatte hingegen keinen Einfluss auf die Risikofreude. Dies sei jedenfalls in der aktuellen Studie mit guten Schläferinnen und Schläfern der Fall gewesen, sagte Mitautorin Lorena Gianotti gemäss einer kürzlich erfolgten Mitteilung der Universität Bern. Laut der Hochschule könnten auf Grundlage der Ergebnisse Maßnahmen ergriffen werden, um negativen gesundheitlichen und finanziellen Folgen von risikoreichem Verhalten entgegenzuwirken. Tatsächlich seien Schlafforschende bereits dran, Techniken zu entwickeln, mit denen sich die langsamen Gehirnströme gezielt modulieren ließen, sagte Studienleiterin Daria Knoch.

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