Bluttests auf Krebserkrankungen kommen langsam in Reichweite

Gesund / 16.09.2022 • 11:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Krebszellen möglichst früh und mit einfachen Verfahren auf die Schliche zu kommen, ist ein großes Anliegen der Wissenschaft.ciphotos
Krebszellen möglichst früh und mit einfachen Verfahren auf die Schliche zu kommen, ist ein großes Anliegen der Wissenschaft.ciphotos

Eine aktuelle Studie lässt Hoffnung aufkommen.

paris, new york Die Wissenschaft ist offenbar einen Schritt näher an Screening-Bluttests auf verschiedene Krebsarten gekommen. Eine Studie von Deb Schrag vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center (New York), die beim Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in Paris vorgestellt wurde, zeigte eine relativ hohe Sensitivität eines solchen Bluttests auf ctDNA-Bruchstücke von bösartigen Zellen im Blut. „Diese Ergebnisse sind ein wichtiger erster Schritt für Tests, welche sehr früh Krebserkrankungen aufzeigen können. Sie zeigten eine gute Erkennungsrate bei Personen, die wirklich eine Krebserkrankung (Sensitivität) hatten und eine exzellente Spezifität (negativer Test – gesichert keine Krebserkrankung; Anm.) für Personen ohne bösartige Erkrankung. Bei Menschen mit einem positiven Test dauerte es weniger als zwei Monate, um die Diagnose zu bestätigen und etwas länger, um eine Krebserkrankung auszuschließen“, stellte die Wissenschaftlerin fest.

In die Untersuchung waren 6621 Probanden im Alter ab 50 Jahren aufgenommen worden, die zuvor keine Krebsdiagnose erhalten hatten. Das Testkit zielte darauf ab, im Blut zirkulierendes Genmaterial (ctDNA) von bösartigen Zellen von 50 verschiedenen Tumorerkrankungen aufzufinden. Speziell wichtig könnten solche Bluttests beim Screening nach Krebserkrankungen werden, die sonst oft viel zu spät mit anderen Methoden entdeckt werden und für die es noch keine Screeningverfahren bei symptomlosen Personen gibt: zum Beispiel Bauspeicheldrüsenkarzinome, Dünndarm- und Magenkarzinome.