Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

Nebel

Gesund / 07.10.2022 • 11:43 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Als ich dieser Tage morgens mit dem Hund draußen war, dachte ich zufrieden: Geht doch. Die Sonne kann es noch. Glasklar wölbte sich der Himmel über dem erwachenden Tag. Nur da und dort ein paar hauchdünne Schleierwolken. Ich hatte den Gedanken nicht einmal zu Ende gedacht, als sich von Bregenz her die ersten Nebelbänke wie Raubtierkrallen in die Natur schlugen. Zu früh gefreut? Nein, denn es wurde ein ganz passabler Tag. Einer, der wieder Wärme ins Herz und ins Gemüt brachte. Trotz unterkühlter Temperaturen, aber wir werden uns schon wieder daran gewöhnen. An den Nebel. Die Kälte.

Das heißt ja nicht mehr und nicht weniger, als dass uns bei allem anderen Unbill zumindest die Jahreszeiten erhalten geblieben sind. Freuen wir uns darüber. Wichtig ist nur, dass wir nicht im Nebel stochern, denn nichts ist der mentalen Gesundheit abträglicher als sich in Melancholie zu ergehen. In diesen Zeiten ein, zugegeben schwieriges Unterfangen. Kopf in den Sand und nichts hören und sehen. Fragt sich, wie das Leben aussähe, würde es nur noch daraus bestehen. Bei vielen Menschen ist das derzeit leider so. Jeder Tag eine unendliche Mühsal.

Umso bedeutender ist es, sich zwischendurch auszuklinken, wenn auch nur kurz. Den Blick für das zu öffnen, was wohlige Gefühle, Hoffnung, Zuversicht zurückbringen kann. Dafür braucht es meist nicht viel. Oft reicht ein Spaziergang, und Kraft und Schwung kehren zurück.

Ein Versuch lohnt sich!

Marlies Mohr

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