Für starke Knochen sorgen

Gesund / 28.10.2022 • 11:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Osteoporose-Prävention ist keine Frage des Alters. Sie sollte schon früh beginnen.vn/paulitsch
Osteoporose-Prävention ist keine Frage des Alters. Sie sollte schon früh beginnen.vn/paulitsch

Osteoporose kann viel Leid und Verlust der Unabhängigkeit bedeuten.

Nyon Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Krankheit, von der rund 500 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Sie ist eine Hauptursache für Schmerzen und Einschränkungen und führt bei älteren Menschen zum Verlust der Unabhängigkeit. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann weltweit über 50 wird eine osteoporotische Fraktur erleiden. Die International Osteoporosis Foundation (IOF) ruft deshalb Menschen aller Altersstufen dazu auf, proaktiv Maßnahmen für eine bessere Knochengesundheit sowie zur Osteoporose-Prävention zu ergreifen.

Frühzeitige Prävention

Die meisten Menschen mit Osteoporose wissen nicht, dass ihre Knochen zunehmend schwächer werden, bis sie zum ersten Mal einen Knochenbruch erleiden, nachdem sie gefallen sind oder manchmal sogar, wenn sie sich nur gebückt haben, um die Schnürsenkel zu binden. „Eine Wirbelsäulenfraktur oder eine gebrochene Hüfte kann das Leben für immer verändern. Deshalb ist eine frühzeitige Prävention so wichtig. Wiewohl die Knochendichte stark durch genetische Faktoren bedingt ist, gibt es Dinge, die wir tun können, um unsere Knochen zu stärken und das Risiko zu senken“, betont Philippe Halbout, CEO der IOF, die fünf Schritte für eine bessere Knochengesundheit und zur Prävention empfiehlt.

» Sorgen Sie für eine gesunde, ausgeglichene Ernährung mit genügend Kalzium, Proteinen und anderen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen inklusive Vitamin D. Letzteres wird hauptsächlich vom Körper produziert, wenn die Haut Sonnenlicht ausgesetzt ist, und es ist nur in einer begrenzten Anzahl von Lebensmitteln zu finden.

» Bleiben Sie in Bewegung! Bewegung ist für die Knochengesundheit sehr wichtig. Das wird umso klarer, wenn man bedenkt, dass ein Erwachsener, der im Bett bleiben muss, in einer Woche so viel Knochenmasse verlieren kann wie normalerweise in einem Jahr. Ideal sind Krafttraining und Übungen, die die Muskeln stärken. Dies kann alles umfassen von Joggen bis Gewichtstraining oder auch Walking und Gymnastik. Übungen, die das Gleichgewicht trainieren, können helfen, das Sturzrisiko zu senken. Im Allgemeinen empfehlen wir zwei bis drei Mal die Woche 30 bis 40 Minuten Bewegung. Menschen mit Osteoporose sollten einen gezielten Trainingsplan befolgen. Dieser ist neben verschriebenen Medikamenten ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

» Verzichten Sie auf Gewohnheiten, die den Knochen schaden, wie etwa Rauchen und das exzessive Trinken von Alkohol.

» Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht. Untergewicht (normalerweise ein BMI unter 19 kg/m2) ist ein Risikofaktor. Besonders junge Menschen mit Essstörungen und ältere Menschen mit reduziertem Appetit sind gefährdet.

» Eine frühzeitige Sensibilisierung für persönliche Risikofaktoren ist wichtig. Ein Knochenbruch über 50, ein Größenverlust von mehr als vier Zentimetern und familiäre Vorbelastungen mit Hüftfrakturen sind nur einige der Risikofaktoren, die zu einer Untersuchung führen sollten. Mit einer Knochendichtemessung lässt sich im nächsten Schritt bestimmen, ob Sie Osteoporose haben und ob eine Behandlung notwendig ist. Auch der Osteoporose-Risikotest der IOF, ein einfacher Online-Fragebogen, weist auf mögliche Risikofaktoren hin.

Untersuchung und Versorgung

IOF-Präsident Professor Cyrus Cooper fügt in diesem Zusammenhang noch an: „Da osteoporotische Frakturen schlimme und lebensbedrohliche Folgen haben können, appellieren wir an Menschen aller Altersstufen, die Osteoporose-Prävention wirklich ernst zu nehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Knochengesundheit und zögern Sie nicht, nach einer Untersuchung und Versorgung zu fragen, wenn Sie zur Risikogruppe gehören. Denken Sie immer daran: Starke Knochen helfen Ihnen, auch im Alter mobil und unabhängig zu bleiben.“

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