Viel Unwissen um Covid-19-Therapien

Gesund / 28.10.2022 • 11:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg wurde im Dezember 2021 ein ambulantes Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten eingerichtet.vn/steurer
In Vorarlberg wurde im Dezember 2021 ein ambulantes Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten eingerichtet.vn/steurer

Österreichische Lungenunion hat Aufklärungskampagne gestartet.

Wien Laut einer im August 2022 von der Österreichischen Lungenunion (ÖLU) in Auftrag gegebenen Umfrage ist die Bevölkerung unsicher bei ihrer Einschätzung, wer zu den Risikogruppen bei einer Covid-19-Infektion gehört. Der Risikofaktor Alter wird mehrheitlich unterschätzt. Fast die Hälfte der Befragten weiß nicht, dass es für Risikopatienten zielgerichtete Covid-19-Therapien bei einer Infektion gibt. Eine groß angelegte Kampagne der ÖLU will dazu umfassend aufklären.

Medikamente vielfach unbekannt

Mit 49,2 Prozent der Nennungen in der offenen (ungestützten) Abfrage sind Lungenerkrankungen für die Umfrageteilnehmer der bekannteste Risikofaktor, gefolgt von Herz- und Kreislauferkrankungen mit 38,6 Prozent sowie Diabetes mit 30 Prozent. Krebserkrankungen werden mit nur 25,7 Prozent der offenen Nennungen, Autoimmunkrankheiten/Immunschwäche mit 25,7 Prozent und Asthma mit 10,5 Prozent als Risikofaktoren wahrgenommen. Auffällig bei der Umfrage ist auch die Unterschätzung des Faktors Alter. Auf diesen Risikofaktor entfallen lediglich 10,7 Prozent der Nennungen in der offenen (ungestützten) Abfrage.

Das Wissen, ob es für Risikopatienten spezielle Medikamente für eine Covid-19-Infektion gibt, ist mangelhaft. 46,6 Prozent der Befragten wussten gar nicht, dass es überhaupt Covid-19-Therapien gibt. Auch das Wissen über eine möglichst frühe Einnahme zeigt große Lücken. 24,4 Prozent der Teilnehmer, welche bereits über zielgerichtete Therapien Bescheid wissen, würden abwarten, wie die Krankheit verläuft, Medikamente nicht frühzeitig einnehmen und damit einen frühen Start der Therapie verpassen.

Milderer Verlauf

Zielgerichtete Covid-19-Medikamente können nach einer bereits eingetretenen Infektion den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung mildern. Durch die aktuell zugelassenen Medikamente lassen sich Infektionen jedoch nicht im Vorhinein vermeiden. Der Einsatz einer Covid-19-Therapie wird zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach einer nachgewiesenen Infektion mit Symptomen zur Verringerung des Risikos für einen schweren Verlauf empfohlen. Der Einsatz ist nur bei Risikopersonen (mit einem erhöhten/hohen Risiko für schwere Verläufe) indiziert.

Von Oktober 2022 bis März 2023 wird eine groß angelegte Aufklärungskampagne zu Covid-19-Therapien umgesetzt. Träger der Kampagne ist die Österreichische Lungenunion. Mit dem Claim „COVID-19 positiv – Nicht warten, Anruf schnell starten!“ wird die Bevölkerung in Österreich aufgefordert, bei einer Infektion mit den Coronavirus so rasch wie möglich den Arzt oder die Ärztin des Vertrauens zu kontaktieren. Die Aufklärungskampagne wird unter anderem über Printinserate, eine spezielle Landingpage auf www.lungenunion.at, digitale öffentliche Aufklärungsaktivitäten, Bannerschaltungen, Social Media, Poster und Informationsflyer erfolgen.

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