Vorbei ist’s mit dem Babyboom in Vorarlberg

Gesund / 12.01.2023 • 17:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorbei ist’s mit dem Babyboom in Vorarlberg
Die Zahl der Geburten in Vorarlberg ging zurück, Primar Rohde ist aber nicht beunruhigt. Canva, VN/Stiplovsek

2022 brachte einen deutlichen Geburtenrückgang.

Dornbirn Mit 1278 Lebendgeborenen beherbergte das Krankenhaus Dornbirn auch im vergangenen Jahr die größte Geburtshilfeabteilung im Land. Am Ende stand, dem allgemeinen Trend entsprechend, dennoch ein sattes Minus.

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Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 122 Geburten bzw. 8,71 Prozent weniger. Einzig die Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Feldkirch verzeichnete mit plus 3,42 Prozent einen leichten Zuwachs, was der kurzzeitigen Schließung der Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Bludenz im August geschuldet sein dürfte. Dort kamen insgesamt 68 Babys weniger zur Welt. Im Landeskrankenhaus Bregenz schloss das Geburtsjahr 2022 ebenfalls mit roten Zahlen. 1183 Lebendgeborene bedeuten 135 weniger als im Jahr davor. Insgesamt weist die vorläufige Geburtenstatistik einen Rückgang von 6,72 Prozent aus. Die Zahl der Lebendgeborenen lag mit 4009 aber noch knapp über der 4000er-Marke.

Die neue Geburtenhilfe am Krankenhaus Dornbirn. Hier kommen weiterhin die meisten Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zur Welt. <span class="copyright">VN/Rauch</span>
Die neue Geburtenhilfe am Krankenhaus Dornbirn. Hier kommen weiterhin die meisten Vorarlbergerinnen und Vorarlberger zur Welt. VN/Rauch

Nach Flaute wieder Aufwärtstrend

Der Geburtenrückgang war 2022 mehr als doppelt so hoch wie im ersten Pandemiejahr 2020. Damals betrug er 3,03 Prozent. Ein allgemeines Geburtenplus brachte hingegen die zweite Coronawelle. Österreichweit gab es um 2,4 Prozent mehr Kinder. Das entspricht auch dem Vorarlberger Wert mit 2,46 Prozent. Umso ernüchternder fällt die Bilanz für das vergangene Jahr aus. Als bester Monat trug sich der Juli mit 368 Lebendgeborenen in die Statistik ein, als schwächster der April mit 303 Lebendgeborenen. Kein Monat kratzte auch nur ansatzweise an der 400er-Marke, wie das 2021 im September der Fall war, als 394 Babys in einer der Geburtshilfeabteilungen im Land ihren ersten Schrei taten. Das stärkste Minus (12,93 Prozent) fuhr die Geburtshilfe im LKH Bludenz aus bekannten Gründen ein. Nach der schließungsbedingten Flaute zogen die Geburten wieder kräftiger an.

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Runderneuerte Abteilung

Hinter Bludenz reiht sich mit einem Minus von 10,24 Prozent die Geburtshilfe im LKH Bregenz ein. Ins Minus rutschte 2022 auch die Geburtshilfe im Krankenhaus Dornbirn. Dafür wurde Primar Michael Rohde mit einer umgebauten und erneuerten Abteilung begrüßt. Er leitet neben der Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Bregenz ab Jänner bekanntlich auch jene in Dornbirn. „Ich bin hier sehr freundlich aufgenommen worden“, sagte Rohde bei der Eröffnung der neuen Geburtenstation. Er habe eine sehr gut funktionierende Abteilung übernommen und freue sich über deren angemessene Ausstattung. Außerdem durfte sich das städtische Spital mit dem Neujahrsbaby 2023 schmücken. Danach ging es gut weiter. Allein am Dreikönigs-Wochenende gab es mehr als 20 Geburten.

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Den allgemeinen Geburtenrückgang sieht Michael Rohde nicht so eng. Über einen längeren Zeitraum betrachtet würde sich das immer wieder relativieren. Es handle sich auch nicht um ein Vorarlberger Phänomen beruhigt er: „Schon im Spätsommer haben sich in Deutschland und der Schweiz drastische Einbrüche bei den Geburten abgezeichnet.“ Rohde ergänzt: „Das vergangene Jahr war eines mit vielen Krisen und damit verbundenen Unsicherheiten. Das könnte die Familienplanung durchaus negativ beeinflusst haben.“

Zu den vorliegenden Geburtenzahlen kommen noch 35 Hausgeburten, die über die ÖGK bislang für das Jahr 2022 abgerechnet wurden.

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