Wenn Wunden nicht heilen

Gesund / 13.01.2023 • 11:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sandra Dietrich vom Landeskrankenhaus Feldkirch engagiert sich intensiv in der Wundbehandlung. khbg
Sandra Dietrich vom Landeskrankenhaus Feldkirch engagiert sich intensiv in der Wundbehandlung. khbg

Med Konkret informiert über Möglichkeiten der Wundversorgung.

Feldkirch Es ist ein Problem, und zwar ein großes. Rund 12.000 Menschen in Vorarlberg leiden an chronischen, also schlecht heilenden Wunden. Der Grund: Viele erhalten nicht die Spezialbehandlung, die sie eigentlich brauchen würden. Laut Primar Robert Strohal, dem Leiter der Dermatologie im LKH Feldkirch, werden bei sechs von zehn Patienten die Wunden nicht regelgerecht verarztet. Als einer von drei Referenten wird er beim Med Konkret am Dienstag, 17. Jänner 2023, ab 18 Uhr online über die allgemeinen Regeln der Wundbehandlung bzw. was der Patient erwarten darf, sprechen. Die Wundmanager Sandra Dietrich und Gilbert Hämmerle informieren über neue Therapiemöglichkeiten in der Wundbehandlung sowie das Wundnetzwerk Vorarlberg.

Breit aufgestellt

Heilt eine Wunde sechs Wochen lang nicht, gilt sie als chronisch. Die häufigsten Ursachen sind eine Venenschwäche, Verschlüsse von Beinarterien sowie Diabetes. „Bei hochbetagten Menschen können Wunden besonders langwierig sein“, erklärt Robert Strohal. Es gibt Patienten, die laborieren bis zu einem Jahr an einer offenen Wunde. Vorarlberg sieht er beim Thema Wundversorgung breit aufgestellt: Sowohl in der Hauskrankenpflege wie im ambulanten bzw. stationären Spitalsbereich gibt es Wundmanager aus dem pflegerischen und medizinischen Bereich. Robert Strohal betont auch die Notwendigkeit der Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Disziplinen. Dazu gehören die Dermatologie, Innere Medizin, Gefäßmedizin sowie die Plastische Chirurgie.

Wissensaustausch

Forciert wird außerdem der Wissensaustausch über neue Entwicklungen zwischen niedergelassenem und stationärem Bereich. Gerade im Bereich der Wundbehandlung haben sich die therapeutischen Möglichkeiten stark verbessert: „Vor allem in den vergangenen zehn bis 15 Jahren hat unsere Abteilung zahlreiche Studien zu neuen therapeutischen Möglichkeiten durchgeführt, wissenschaftlich ausgewertet und publiziert. Das ermöglicht nicht nur die Behandlung unserer Patienten mit den jeweils neuesten und optimalen Therapieoptionen, sondern hat ebenso zu einem internationalen Renommee der Abteilung geführt“, fasst Strohal zusammen. In den Landeskrankenhäusern hat sich die sogenannte Wundgruppe formiert, Mitglieder sind Wundexperten, die innerhalb der LKH zur Wundberatung und -behandlung geholt werden. Dort sind auch zentrale Wundambulanzen eingerichtet, die sich interprofessionell um das Thema bemühen.

Zusatzausbildung

Der Fokus liegt auf einer durchgängigen Behandlung des Wundpatienten mit modernsten Methoden. Das erfordert jedoch eine Spezialisierung bei Pflegekräften und Ärzten. Das Interesse an dieser Zusatzausbildung bezeichnet Primar Strohal als erfreulich hoch. Weiters wurde 2011 der Verein für Wundmanagement Vorarlberg gegründet. Seine Aufgabe ist die Vernetzung, Fortbildung und Information sowie Bewusstseinsbildung und Beratung bzw. Aufklärung und Prävention. VN-MM

Primar Robert Strohal.
Primar Robert Strohal.
Spezialisiert: Gilbert Hämmerle.
Spezialisiert: Gilbert Hämmerle.

Med Konkret

Wundmanagement – eine Herausforderung

Referenten Primar Robert Strohal, DGKP Sandra Dietrich (beide LKH Feldkirch), DGKP Gilbert Hämmerle (LKH Bregenz)

Termin Dienstag, 17. Jänner 2023, ab 18 Uhr online

Die Teilnahme ist frei.

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