Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

(K)eine Frage des Geldes

Gesund / 20.01.2023 • 11:33 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Satte 2,44 Milliarden Euro wurden 2016 in die Gesundheitsförderung bzw. die Prävention gesteckt. Das ließe vermuten, die Österreicher seien ein munteres, vor allem jedoch gesundes Völklein, aber: weit gefehlt. Trotz horrender öffentlicher Ausgaben sind die gesunden Lebensjahre weniger geworden. Laut Statistik Austria konnte die Altersgruppe der ab 65-Jährigen 2014 zumindest auf 11,35 gesunde Lebensjahre hoffen, 2019 waren es nur noch 9,75. Die Auswirkungen der Pandemie sind darin noch gar nicht enthalten. Die dürfte wohl auch ihre Spuren hinterlassen. Laut derzeitigen Analysen sind es chronische, nicht übertragbare Krankheiten wie Übergewicht, Fettleibigkeit, Diabetes und psychische Leiden, welche die Lebensjahre schrumpfen lassen.

Der Rechnungshof vermisst zielgerichtete Präventionsmaßnahmen, mir fehlte beim Lesen dieser Meldung das Einfordern von Selbstverantwortung. Wo, habe ich mich gefragt, ist die überhaupt abgeblieben. Ja, die Menschen werden älter, und irgendwann benötigen sie mehr ärztliche Hilfe. Ja, es gibt Menschen, die aus verschiedenen Gründen von Haus aus darauf angewiesen sind, und ja, gesundheitsfördernde Maßnahmen braucht es auch. Ich meine allerdings, dass noch mehr einen eigenen Beitrag zur Gesundheit leisten könnten, wenn sie nur ihre Komfortzone verlassen würden.

Ich muss bei solchen Themen immer an die Aussage eines Vorsorgemediziners denken, der da meinte: Wäre Bewegung ein Medikament, es wäre das am meisten verschriebene. Gesunde Lebensjahre sollten nicht ausschließlich eine Frage des Geldes sein, sondern im eigenen Interesse liegen. Deshalb: Tun Sie lieber heute als morgen den ersten Schritt.

Marlies Mohr

marlies.mohr@vn.at

05572 501-385

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.