Thermische Sanierung ist Gebot der Stunde

HE_Blude / 21.04.2021 • 13:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Durch eine Dachdämmung können fünf- bis siebenfach bessere Wärmewerte erzielt werden. Shutterstock, GPH/Schuster

Durch eine Dachdämmung können fünf- bis siebenfach bessere Wärmewerte erzielt werden. Shutterstock, GPH/Schuster

Zur gemeinsamen Bewerbung der Sanierungsoffensive haben sich 13 Partner zusammengefunden.

ZUKUNFT Der Handlungsbedarf im Bereich der thermischen Sanierung des Gebäudebestandes ist groß und dringend. Um den Energieverbrauch bis 2040 zu halbieren, muss die Effizienz im Gebäudebereich gehoben werden. Potenzial ist ausreichend vorhanden. Doch noch gibt es zu wenige thermische Sanierungen und einen zu geringen Fortschritt beim Austausch alter Ölkessel, um die Klimaziele zu erreichen. Von den Effekten thermischer Sanierungsmaßnahmen profitieren wir alle: ökologisch und wirtschaftlich. „Nur wenn es gelingt, Wirtschaft und Gesellschaft auf erneuerbarer und ressourcenschonender Basis zu transformieren, kann Österreich aktuellen und zukünftigen Herausforderungen krisenfest entgegentreten“, zitiert Clemens Hecht, Sprecher der ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme (QG), aus der Agenda 2030.

So ist es ein großes Anliegen,
dass die Fördergelder in Höhe von 650 Millionen Euro abgeschöpft werden. Je mehr Öffentlichkeit der Sanierungsscheck erhält, umso mehr rückt die Sanierung selber weiter in den Fokus. Daher wurde ein Schulterschluss der Baubranche initiiert. Zur gemeinsamen Bewerbung
der Sanierungsoffensive 2021/2022 der Bundesregierung haben sich 13 Partner zusammengefunden (Verbände, Interessensvertretungen, freiwillige Arbeitsgemeinschaften). Sie vertreten Baustoffhersteller, den Baustoffhandel und Betriebe im Baugewerbe.

Warum sanieren?

Doch lohnt sich eine Sanierung überhaupt? Durch ungedämmte Wände und Dächer entweichen jeweils etwa 20 Prozent und mehr der Heizenergie. Die ungedämmte Kellerdecke verliert nochmals fünf bis zehn Prozent. Wer sein Haus gut mit Dämmung einpackt, spart nicht nur bei den Heizkosten, sondern gewinnt auch deutlich an Wohnkomfort. Im Winter bleibt es behaglich warm, ohne Zugluft und kalte Wände. Und im Sommer hilft die Dämmung die Hitze draußen zu lassen, besonders unterm Dach. Werden zusätzlich noch die Fenster ausgetauscht oder mit einer neuen Verglasung versehen, steigert sich der Effekt zusätzlich.

Prinzipiell kann bei einem Haus die gesamte Gebäudehülle gedämmt werden. Ist ein Dach älter als 20 Jahre, ist eine zeitgemäße Dämmung zu empfehlen. Wird der Dachraum nicht genutzt, ist die Dämmung der obersten Geschoßdecke die einfachste und preiswerteste Lösung. Ältere Dächer weisen oft einen U-Wert von 1,0 W/(m2K) oder schlechter auf. Neu gedämmte Dächer verringern den U-Wert auf 0,20 bis 0,15 W/(m2K). Sie dämmen also fünf bis fast sieben Mal besser.

Sechs Mal mehr Energie

Fassaden haben bei älteren Häusern oft einen U-Wert von 1,2 W/(m2K) und mehr. Im Vergleich bringt es eine gut gedämmte Wand heute auf 0,2 W(m2K). Ungedämmte Wände verlieren also im Vergleich bis zu sechs Mal mehr Energie beim Heizen. Ein weiterer Vorteil: bei der Innenseite von gedämmten Fassaden bleiben die Wandoberflächen deutlich wärmer als zuvor. Soll oder muss die Fassade erhalten bleiben, ist eine Innendämmung die Alternative. Eine Dämmstoffdicke von sechs bis acht Zentimetern ist ausreichend. Hierdurch lassen sich etwa 10 bis 15 Prozent an Heiz­energie einsparen. Die Dämmung der Kellerdecke sorgt für warme Füße und geringere Heizkosten. Am einfachsten ist es, Dämmplatten im Keller an der Unterseite der Decke anzukleben oder zu dübeln. U-Werte der Kellerdecke liegen bei älteren Häusern meist über 1,0 W/(m2K). Heute möglich sind U-Werte von 0,3 W/(m2K) oder besser.