Doppelte Erntezeit für die Gartenfreunde Bezau-Reuthe

HE_Brege / 09.09.2020 • 14:56 Uhr
Mit Freude und Stolz präsentiert Obfrau Moosbrugger den Erdkeller, an dessen Bau anlässlich der Ausstellung 2019 Handwerker mitgearbeitet hatten. stp/2
Mit Freude und Stolz präsentiert Obfrau Moosbrugger den Erdkeller, an dessen Bau anlässlich der Ausstellung 2019 Handwerker mitgearbeitet hatten. stp/2

Spezieller Beitrag zur Handwerksausstellung 2019 wird in Betrieb genommen.

Bezau Es gehört aus Tradition ins Programm der Bregenzerwälder Handwerksausstellungen, im Rahmen der Schau spezielle Projekte zu realisieren, die die Innovationskraft des Wälder Handwerks auf besondere Art und Weise unterstreichen.

So wurde beispielsweise 1992 in der Ausstellung das inzwischen wohlvertraute Lusthäuschen am Ölberg errichtet und in einer spektakulären Luftoperation per Hubschrauber an seinen Standort befördert.

Die Ausstellung im Vorjahr wurde bekanntlich dazu genützt, das Häuschen einer Generalsanierung zu unterziehen. Besucher konnten Schindeler & Co. live erleben. Für die Ausstellung 2014 wurde eine kleine geschindelte Kapelle gebaut, die heute die Bergwanderer in einem Vorsäß oberhalb von Schnepf­au bestaunen können, wenn sie auf ihrer Wanderung innehalten.

Vorarlberger Pilotprojekt

Bei der Ausstellung im Vorjahr engagierten sich die Handwerker für die Gartenfreunde Bezau-Reuthe, die sich ein ehrgeiziges Vorhaben zum Ziel gesetzt hatten: Vorarlbergs ersten Erdkeller für die Lagerung von Gartenfrüchten. An diesem Projekt wurde ganz bewusst während der Ausstellung gearbeitet und die Besucher konnten die Handwerker live bei der Arbeit erleben. Fertiggestellt wurde der erste Vorarlberger Erdkeller allerdings erst lange nach der Schau, denn „neben den vielen Eigenleistungen durch die verschiedenen Handwerker mussten wir erhebliche finanzielle Mittel aufbringen. Und die Finanzierung über Förderungen, Spenden usw. hat dazu geführt, dass wir das Projekt hinausgezögert haben, bis nach und nach das Geld vorhanden war“, begründet Gartenfreunde-Obfrau Isabella Moosbrugger die lange Bauzeit.

Jetzt ist alles fertig

Rechtzeitig zur Erntezeit ist der Erdkeller jetzt aber fix und fertig und die Vereinsmitglieder, die sich eine der 18 Boxen im Erdkeller sichern konnten, haben mit dem Einlagern begonnen. „Erntezeit“ nicht nur im Garten, sondern auch beim Projekt, dessen Abschluss entsprechend gefeiert wurde.

Ein kleines Dankeschön

Zu Beginn der Erntezeit haben die Gartenfreunde das Team der Handwerksausstellung mit Obmann Johannes Batlogg an der Spitze eingeladen, um damit ein kleines Dankeschön für die Unterstützung abzustatten und über das gelungene Werk im Speziellen und das Projekt Gemeinschaftsgarten im Allgemeinen zu informieren.

„Unglaublich, was Isabella über Zusammenhänge und Geheimnisse im Gemeinschaftsgarten zu berichten weiß“, staunten die Handwerker darüber, wie man in diesem Garten ohne Chemie auskommt. Wie das gelingt? Gegen Schnecken werden im Frühjahr Enten eingesetzt, Kohlweißlinge werden mit Wermutpflanzen „verjagt“, damit sich im Garten keine gefräßigen Schmetterlingsraupen ausbreiten können . . . nur zwei von vielen sehr wirksamen chemiefreien Tricks der Expertin.

Projekt ausgezeichnet

Beim abschließenden gemütlichen Hock (dafür standen als originelle Sitzgelegenheiten auch ausgemusterte Sesselliftsitze aus Lech zur Verfügung) im Gemeinschaftsgarten Reuthe-Bezau konnte Obfrau Moosbrugger auch noch darüber berichten, dass die internationale Vereinigung Bodenseegärten die Wälder im Vorjahr als Preisträger der Kategorie „Herausragendes, qualitativ hochwertiges Projekt rund ums umweltbewusste, nachhaltige Gärtnern am Bodensee“ gekürt hat. In der Begründung führte die Vereinigung aus, dass „hier im Teamwork der Herzeigegarten Vorarlbergs ,Gemüse ohne Kilometer‘ realisiert wurde. Ein Garten mit vielen verschiedenen Gärtnern, die voneinander lernen und auch einmal gemeinsame Zeit im und neben dem Garten verbringen“. STP

„Neben den vielen Eigenleistungen durch die verschiedenen Handwerker mussten wir erhebliche finanzielle Mittel aufbringen.“

Mit Freude und Stolz präsentiert Obfrau Moosbrugger den Erdkeller, an dessen Bau anlässlich der Ausstellung 2019 Handwerker mitgearbeitet hatten. stp/2
Mit Freude und Stolz präsentiert Obfrau Moosbrugger den Erdkeller, an dessen Bau anlässlich der Ausstellung 2019 Handwerker mitgearbeitet hatten. stp/2
Johannes Batlogg: „Haben Gartenfreunde beim Projekt gerne unterstützt.“