Naturjuwel und Touristenattraktion

HE_Dornb / 21.04.2021 • 19:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Erschließung des Rappenlochs geht auf den Textilfabrikanten Viktor Hämmerle zurück.Stadtarchiv Dornbirn, Sammlung Franz Beer
Die Erschließung des Rappenlochs geht auf den Textilfabrikanten Viktor Hämmerle zurück.Stadtarchiv Dornbirn, Sammlung Franz Beer

Die Erschließung des Rappenlochs brachte auch den Tourismus in Schwung.

Dornbirn Zwei Naherholungsgebiete sind untrennbar mit Dornbirn verbunden und sowohl bei Besuchern als auch bei Einheimischen wohl bekannt: Das Bödele und das Rappenloch. Wenn nicht gerade Pandemie-Verordnungen es verhindern, kann man zahlreiche Ausflügler die Dornbirnerach entlang taleinwärts ziehen sehen, um das berühmte Rappenloch zu besuchen. Und wenn sie dann auf schmalen, in den Fels gehauenen Steigen und Brücken eine der schönsten Schluchten der Ostalpen durchwanderten, um die außergewöhnliche Landschaft zu entdecken, kommt so mancher ins Staunen.

Touristenattraktion

Das in Tausenden von Jahren von der tosenden Dornbirnerach aus dem harten Kalkstein geformte Naturjuwel, mit seinen imposant steilen Schluchtformationen die in Kalkgestein erodiert und von Felsflurvegetation bis ursprünglichen Schluchtwäldern vielfältige Naturschönheiten aufweisen, zieht immer wieder Besucher an. Nicht wenige bewunderten die Kühnheit der Weganlage, die in früheren Zeiten noch durch eine Holzbrücke verbunden war. Sie konnten ja nicht wissen, dass die Erschließung der Schluchten das Werk eines einzigen Mannes war, eines Dornbirners, der der Stadt und ihren Bewohnern ein warmherziger Freund und Gönner war.

Doch keine Tafel an einer der Felswände hält seinen Namen fest: Viktor Hämmerle. „Wenn dieser Mann für Dornbirn nur dieses eine Werk vollbracht hätte – und er hat für die Stadt, das Land und seine Mitbürger unendlich viel Gutes und Segensreiches geschaffen – wenn er nur diese großartige Schlucht erschlossen und für die Menschen zugänglich gemacht hätte, es wäre genug, um seinen Namen festzuhalten für spätere Generationen“, schreibt Ida Bammert Ulmer im Dornbirner Heimatbuch.

Pionier Viktor Hämmerle

Die ersten Anfänge der Erschließung gehen auf das Jahr 1862/63 zurück. In die unwegsame Talschlucht der Dornbirnerach bis ins Gütle führte damals nur ein schlechter Weg, der dem Holztransport diente und zu einem Holzkohlemeiler führte. Der Gründer der bekannten Textilfirma Franz Martin Hämmerle erkannte den Wert der hier vorhandenen Wasserkraft für seine Fabrikanlagen und plante auf dem Areal im Gütle eine Spinnerei. In den Jahren 1862/63 wurde das erste Wuhr, der erste Wasserfall hinter dem Gütle erstellt. Gleich nach Inbetriebnahme der Fabrikanlagen im folgenden Jahr wurde an der Erhöhung der nutzbaren Gefälle gearbeitet. Der Weg war nur bis kurz vor das heutige Rappenloch gangbar. Die von der Stauweihergenossenschaft – eine Interessensvertretung verschiedener Dornbirner Werksbesitzer – zwischen den Jahren 1897 und 1899 errichtete Stauweiheranlage staute die Ebniterach zum Staufensee auf. Dabei wurde die wenige Jahre zuvor neu errichtete Kiessperre mehrere Meter erhöht. Eine 22 Meter hohe und neun Meter dicke Staumauer entstand.

Schon 1896 wurde durch den Sohn von Franz Martin Hämmerle, Viktor Hämmerle (1855–1946), ein kühner Felssteig durch die
Schlucht angelegt, damit der „Wassermann“ jeden Morgen den Wasserfluss kontrollieren konnte. Durch einen Vorschlag von Viktor Hämmerle erbaute die Gemeinde Dornbirn in den Jahren 1897–1899 das Kraftwerk Ebensand, damit konnte Dornbirn mit elektrischem Licht beleuchtet und die Straßenbahn Dornbirn–Lustenau betrieben werden. BET