Thermischer Komfort durch Energieeffizienz

HE_Brege / 23.02.2022 • 09:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schlechte Raumluft entsteht durch eine hohe CO�-Konzentration. Das führt zu Befindlichkeitsstörungen. Shutterstock
Schlechte Raumluft entsteht durch eine hohe CO�-Konzentration. Das führt zu Befindlichkeitsstörungen. Shutterstock

In gut isolierten und energieeffizienten Häusern sind die Behaglichkeit und das Wohnklima besonders groß.

STUDIE Wer von Wohlbefinden im Wohnraum spricht, kommt am Thema thermischer Komfort nicht vorbei. Gemeint ist damit jener schmale Temperaturbereich, der zwischen Körperempfindungen der Blutfülle sowie des Schwitzens und dem Gefühl des Frierens liegt. Kann das thermische Gleichgewicht ohne Regulationsbemühungen aufrecht erhalten werden, so empfindet eine Person thermischen Komfort. Abhängig von der lokalen Kultur und dem lokalen Klima können durch angepasste Kleidung Temperaturen zwischen 16 und 32 Grad Celsius als akzeptabel angesehen werden, wie eine Auswertung von zahlreichen weltweit in verschiedenen Kulturen und Klimata durchgeführten Studien zum Wärmekomfort zeigen. „Die Behaglichkeitstemperatur liegt für den sitzenden, leicht bekleideten Menschen (Hemd, kurze Unterhose, lange Baumwollhose) bei geringer Luftbewegung (unter 0,5 m/s) und bei einer relativen Luftfeuchte von 50 Prozent bei etwa 25-26 Grad Celsius“, stellt dazu die Studie „Behagliche Nachhaltigkeit – Untersuchungen zum Behaglichkeits- und Gesundheits-Wert von Passivhäusern“, fest.

Konsequente Dämmung

Energieeffiziente Gebäude sind klar im Vorteil: In ihnen können hoher Komfort, Behaglichkeit und angenehmes Wohnklima bei minimalem Energieaufwand erreicht werden. „Durch konsequente Dämmung werden Wärmeverluste so stark verringert, dass schon sehr geringe Wärmemengen ausreichen, um die Raumtemperatur aufrechtzuerhalten. Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses ist daher um bis zu einem Faktor 10 geringer als beim Durchschnitt des Gebäudebestandes. Im Passivhaus bedingen die hohen Innenoberflächentemperaturen im Winter ein Strahlungsklima, welches als sehr behaglich empfunden wird. Diese hohe Behaglichkeit wird bei Häusern, die nicht mit dem Energiestandard eines Passivhauses errichtet sind, nur mit Heizkörpern unter dem Fenster, einer Wandheizung oder einer Fußbodenheizung erreicht“, beschreiben die Studienautoren.

Ähnliches gilt für die Raumluft: Auch sie hat starken Einfluss auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen. Durch Kochen oder Putzen beeinflussen wir die Qualität der Luft genauso wie durch Baumaterialien, Technik oder Textilien. Sogenannte schlechte Luft wird nicht durch einen Mangel an Sauerstoff hervorgerufen, sondern in erster Linie durch eine überhöhte CO2 -Konzentration. Der überwiegende Teil empfindet die Raumluftqualität als gut, wenn die CO2-Konzentration Werte von 1000 ppm („Pettenkoferzahl“) nicht überschreitet. Die Außenluft weist eine CO2-Konzentration von 300 ppm (bis 400 ppm in Stadtzentren auf. Der Mensch atmet die Luft mit einer CO2-Konzentration von ca. 40.000 ppm (4 Vol%) wieder aus. Ohne Austausch mit der Außenluft steigt die CO2-Konzentration in bewohnten Räumen schnell an. Eine erhöhte CO2-Konzentration ist nicht unmittelbar gesundheitsgefährdend. Ab bestimmten Konzen­trationen können jedoch Befindlichkeitsstörungen wie z.B. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Unwohlsein und Kopfschmerzen sowie Beeinträchtigungen von Leistungsfähigkeit auftreten. Fachleute
sprechen vom Sick-Building-Syndrom.