Tiergesundheitsberuf: Hundefriseurin

HE_Dornb / 25.10.2022 • 16:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hundefriseurin Melanie Rhomberg erklärt Leonie wie ein Hund getrimmt wird. CRO
Hundefriseurin Melanie Rhomberg erklärt Leonie wie ein Hund getrimmt wird. CRO

TIERISCH Ihr Fachwissen weitergeben und jungen Menschen eine Ausbildung in einem abwechslungsreichen und spannenden Beruf ermöglichen, dafür engagiert sich Melanie Rhomberg schon lange. Die gelernte Tierpflegerin mit Diplom zur Hundefriseurin möchte, dass Tierschönheitspflegerein – wie das Berufsbild in der Wirtschaftskammer genannt wird – ein anerkannter Lehrberuf wird. Das ist derzeit nicht der Fall. Vielmehr handelt es sich um ein sogenanntes freies Gewerbe, das jeder auch ohne Befähigungsnachweis ausüben kann. Dabei geht es schon lange nicht mehr darum, dem Pudel einen Laufsteg-Look zu verpassen. „Die Fellpflege ist kein kosmetischer, sondern ein wichtiger gesundheitlicher Aspekt“, weiß Rhomberg, die viele Jahre in einer Tierklink gearbeitet hat. „So leisten die regelmäßige Pflege, das Scheren oder das Trimmen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden des Tieres.“ Viele innere Krankheiten würden sich außerdem in der Fellbeschaffenheit zeigen. Ist es etwa stumpf, brüchig, verfilzt und fällt es übermäßig aus, ist der Besuch beim Tierarzt unumgänglich. „Dazu raten wir unseren Kunden dann auch.“

Der 37-jährigen Unternehmerin wären in erster Linie einheitlich festgelegte Standards und Qualitätssicherungsmaßnahmen wichtig. So wie es bei einem Lehrberuf der Fall wäre. „Ich habe mir auch über eine mögliche Umsetzung Gedanken gemacht“, verrät sie und schlägt vor: „Die Basisausbildung zum Tierpfleger bzw. Tierpflegerin könnte um das Modul Hundefriseur erweitert werden. Vieles wie Grundlagen der Pflege, Erhaltung der Tiergesundheit, Hygienebestimmungen, Sicherheitsmaßnahmen, Ernährung, Krankheitssymptome bei Tieren sollte man auch in unserem Beruf wissen.“ In ihrem eigenen Salon sind deshalb von den sieben Hundefriseurinnen drei gelernte Tierpflegerinnen und eine ist zudem noch Tierphysiotherapeutin.

Ausnahmeregelung

Durch ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Hartnäckigkeit gelang es der 37-Jährigen im September eine erste Hürde zu nehmen. Sie erwirkte für die 15-jährige Leonie einen außerordentlichen Ausbildungsvertrag. Das Mädchen, das nun ihren Traumberuf erlernen kann, wird im Hundesalon Melanie in den nächsten drei Jahren eine Fachausbildung zur Hundefriseurin absolvieren. Rhomberg hat dafür ein eigenes Ausbildungskonzept entwickelt und entsprechende Lernmaterialien ausgearbeitet.

„Mir gefällt es super, ich habe jeden Tag mit Tieren zu tun und das macht mir unglaublich viel Spaß und Freude“, freut sich Leonie und hört genau zu, wie ihre Chefin die Fellpflege von Diego erklärt. „Wau!“, kläfft der Cairn Terrier, der gerade händisch getrimmt wird. „Ja“, sagt die Hundesalonbesitzerin, „was in Sachen Ausbildung weitergegangen ist, ist tatsächlich wow.“ Die beiden lachen und machen weiter. Rhomberg gibt ihr Wissen gerne weiter. Und Leonie ist wissbegierig.

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