Die Musik einer Seherin

Altacher Pfarre lädt zu Hildegard-Soiree mit Uraufführung.
Altach Am Mittwoch, 16. September, um 20 Uhr feiern die Alt-
acher Soireen Hildegard von Bingen (1098–1179) mit der Uraufführung einer Komposition von Thomas Thurnher. Aglaia Poscher-Mika singt Hymnen von Hildegard. Eine Einführung in die hildegardsche Musik hält die Musikologin Anna Mika. Ausstellung, Übersetzung, Büchertisch und anschließendes Beisammensein runden die Hildegard-Soiree ab.
Hildegard von Bingen war Kirchenlehrerin, Theologin, Therapeutin, Musikerin, Autorin und Dichterin. Als „hellwaches Gewissen des 12. Jahrhunderts“ war sie von vielen (männlichen) Oberen angefeindet. Die Heilmittel der Benediktinerin, die auf Erfahrung beruhen, sind heute als „Hildegard-Medizin“ fast ein Markenname.
Hildegard schrieb 70 Lieder, Antiphonen und Hymnen – ein einmaliges musikalisches Werk, das nicht in eine Stilrichtung eingeordnet werden kann. In den vergangenen Jahren haben sich verschiedene Musiker zusammengefunden, um die Lieder Hildegards getreu ihrer Entstehungszeit aufzuführen. Als Thomas Thurnher in einer Wettbewerbsausschreibung von „klangsinnlicher Musik für Violine und Orgel“ las, seien ihm die „gotischen“ Klangfiguren von Hildegards „O quam mirabilis“ in den Sinn gekommen; es entstand ein neues Werk, das Ines Schüttengruber (Orgel) und Jacqueline Roscheck (Violine) bei der Hildegard-Soiree zur Uraufführung bringen.
Die Veranstalter bitten um Vorsicht und wegen der Abstandsvorschriften um Anmeldung unter pfarrzentrum@pfarre-altach.at, 05576 42010.