Öko-Zement soll zum Meilenstein werden

HE_Blude / 21.04.2021 • 13:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zement nimmt als Baustoff eine tragende Rolle ein. Nun soll er umweltfreundlicher werden.Shutterstock
Zement nimmt als Baustoff eine tragende Rolle ein. Nun soll er umweltfreundlicher werden.Shutterstock

Die Vereinigung der Österr. Zementindustrie, VÖZ, tüftelt an vielen zukunftsweisenden Forschungsprojekten.

INNOVATIONEN Der Aufwand ist enorm – die Aussicht auf innovative Lösungen, bei denen vor allem der Klimaschutz im Zentrum steht, sehr gut. Nicht umsonst ist Österreichs Zementindustrie internationaler Weltmeister: in puncto CO2-Reduktion wie auch bei Umweltschutzmaßnahmen. Während die Bauteilaktivierung – nach Jahrzehnten der Forschung – sich bereits international als genial einfaches Konzept zum Heizen und Kühlen etabliert, denkt die VÖZ längst einen Schritt weiter. „Mit unserem Engagement in Forschung und Innovation wollen wir beweisen, dass eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie möglich ist. Wir verbessern unsere Klimaperformance laufend“, so Sebastian Spaun, Geschäftsführer der VÖZ.

Zwei Forschungsprojekte

Im Green Energy Lab, Österreichs größtem Innovationslabor für eine nachhaltige Energiezukunft, ist die VÖZ gleich bei zwei Forschungsprojekten engagiert. „Hybrid LSC“ demonstriert die Nutzung der Flexibilitäts- und Energieeffizienz-Potenziale von „Local Sustainable Communities“ für das Energiesystem. Mit LSC soll erneuerbare Energie vor Ort erzeugt, gespeichert und genutzt werden können. „PnP control TABS“ beschäftigt sich mit der Entwicklung einer „Open Interface“ und einer Code Programmiervorlage für Plug-and-Play-Lösungen sowie einer anlagenübergreifenden Regelung für Wärmepumpen – um diese mit Bauteilaktivierung und anderen Impulsen wie beispielsweise Windenergie zu verbinden.

Neue Zemente und Zumahlstoffe

Um den Zement noch umweltfreundlicher zu machen, arbeitet die VÖZ an einem klimafitten Zement mit der Bezeichnung „CEM II C“, der nur noch 50 Prozent Klinker­anteil haben wird. Der sogenannte Öko-Zement verspricht einen weiteren Weltrekord: „Wenn uns dieser Meilenstein in der Klinkeranteilreduktion gelingt, tragen wir entscheidend zur Dekarbonisierung der gesamten Wertschöpfungskette des Bauens und zur Erreichung der internationalen Klimaziele bei“, so Spaun. In einem weiteren Schritt wird daran geforscht, Klinker durch neue Zumahlstoffe – wie z. B. Dolomit – zu reduzieren. Um Qualität und Langlebigkeit garantieren zu können, finden umfangreiche Untersuchungen zum Verhalten dieser neuen Bindemittel statt.

Zum Thema Zumahlstoffe wird aktuell daran geforscht, calzinierte Tone zu verwenden: „Mit sogenannten getemperten Tonen, welche regional und ausreichend verfügbar sind, befinden wir uns auf den Spuren der alten Römer. Damit könnten wir die Veränderungen und Rückgänge von Hüttensand und Flugasche kompensieren“, so Spaun. Auch hier gilt es, die Gleichmäßigkeit der Qualität, ausreichende Frühfestigkeiten und die Dauerhaftigkeit umfassend zu überprüfen.

„Ein spannender Prozess, der uns in Richtung 100 Prozent klimafitter Baustoff bringt.“

Zement nimmt als Baustoff eine tragende Rolle ein. Nun soll er umweltfreundlicher werden.Shutterstock
Zement nimmt als Baustoff eine tragende Rolle ein. Nun soll er umweltfreundlicher werden.Shutterstock