Koblach steht vor großen Aufgaben

HE_Feldk / 07.07.2021 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Gerd Hölzl im Gespräch über seine Gemeinde Koblach.EGle
Bürgermeister Gerd Hölzl im Gespräch über seine Gemeinde Koblach.EGle

Bürgermeister Gerd Hölzl über finanzielle Kraftakte, gesellschaftlichen Wandel und Sachpolitik.

Bürgermeister Seit September 2019 ist Gerd Hölzl Bürgermeister von Koblach. Damals übernahm Hölzl das Amt von Vorgänger Fritz Maierhofer, im September 2020 stellte er sich der Wiederwahl und wurde eindrücklich in seinem Amt bestätigt. Gleiches galt nicht für seine ÖVP, zum ersten Mal reichte es nicht zu einer absoluten Mehrheit. Und so wirken sich die veränderten Mandatsverhältnisse auch auf die tägliche politische Arbeit aus: „Viele Entscheidungen nehmen mehr Zeit in Anspruch, es gibt detaillierte Vorarbeiten in den Ausschüssen, was nicht grundsätzlich schlecht sein muss. Es fließen mehr Meinungen ein, aber für mich steht immer die Sachpolitik im Vordergrund,“ beschreibt Hölzl die veränderte politische Landschaft. Durch das klare Votum seiner Person sieht Hölzl seine Position als gefestigt an, jede Fraktion respektiere ihn auch als Bürgermeister. Den Abgeordneten aller Parteien spricht das Gemeindeoberhaupt ein großes Lob aus, gerade in den letzten Monaten seien es teilweise sehr viele Sitzungen mit sehr vielen Themen gewesen.

Wachstum als Herausforderung

Seine Gemeinde sieht der 54-Jährige geprägt von zunehmendem Wachstum, großen Investitionen und zunehmender gesellschaftlicher Veränderung, was kleine und mittelgroße Gemeinden vor große Herausforderungen stellt. Zusammengefasst manifestiert sich dies etwa im Neubau des Kindergartens Ried. Durch die immer frühere Anmeldung in den diversen Kinderbetreuungseinrichtungen sei in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Stundenanzahl nahezu eine Verdopplung zu sehen. Dazu hält Hölzl eines klar fest: „Die Gemeinde kann und muss ein Angebot für eine Betreuung anbieten, eines ist aber wichtig: Für die Erziehung sind weiterhin die Eltern verantwortlich und zuständig. Das Betreuungsangebot kann dafür keinen Ersatz anbieten.“

Aufgrund des weiterhin starken Zuzugs sind auch bereits einige Wohnprojekte in Planung. Im Kutzen Richtung Mäder sollen rund 60 Einheiten, in verträglicher Bauweise und aufgeteilt auf mehrere Baukörper, entstehen und auch gleich eine Kleinkindbetreuung mit installiert werden. Das Projekt wurde von der Gemeinde mit entwickelt. Durch Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen will man auch einen guten Mix der Bewohner erreichen.

Heiß diskutiert wurde auch das Straßen- und Wegekonzept, das nun final beschlossen ist und schrittweise umgesetzt werden wird. Als erste Maßnahme wird auf allen Gemeindestraßen Tempo 30 verordnet, auch mit dem Land ist man in engen Verhandlungen zur Beruhigung des Ortskerns. Und auch in die Fahrradinfrastruktur – Stichwort Radschnellverbindung – wird weiter investiert. Hier betont Hölzl die aktive Rolle der Gemeinde. In Kooperation mit den diversen Nachbargemeinden will man auch weitere Großprojekte schrittweise angehen, eine Ortsumfahrung südlich der Frutz wäre dabei von größter Bedeutung hinsichtlich der Verlagerung des Verkehrs aus dem Siedlungsgebiet.

Koblachtag in Sachen Rhesi

Bleibt noch das Thema Rhesi, bei dem in den vergangenen Jahren die Wogen in Koblach sehr hoch gingen. Hölzl wünscht sich von der Bevölkerung vor allem eines: Möglichst alle sollen sich in der Versuchshalle in Dornbirn informieren. Es gehe nicht ums Überreden, sondern um die Information. Voraussichtlich am 8. Oktober werde es einen eigenen Koblachtag geben, jeder soll sich vor Ort ein Bild von der Situation machen. Dieses Anliegen nach Information für alle sieht Hölzl als sehr zentral an, damit Koblach auch weiterhin trotz aller Herausforderungen ein lebenswerte Wohngemeinde bleiben kann. CEG