Menschen helfen, ihr Leben zu bewältigen

HE_Blude / 23.02.2022 • 13:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Pflegeleiter Martin Waldner und Julia Moosmann ist die Arbeit in der Therapiestation Lukasfeld eine Art Berufung. Stiftung Maria Ebene
Für Pflegeleiter Martin Waldner und Julia Moosmann ist die Arbeit in der Therapiestation Lukasfeld eine Art Berufung. Stiftung Maria Ebene

Die Harderin Julia Moosmann kann in der Therapiestation Lukasfeld Beruf und Weiterbildung ideal verbinden.

Berufung Julia Moosmann arbeitet in der Pflege in der Therapiestation Lukasfeld in Meiningen – eine Einrichtung der Stiftung Maria Ebene, mit speziellen Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene mit Drogenproblemen. Vor sieben Jahren begann die diplomierte Pflegefachfrau ihre berufliche Laufbahn beim Vorarlberger Kompetenzzentrum in allen Suchtfragen. Die Einrichtung unterstützt suchtkranke Menschen auf ihrem Weg zurück in ein normales Leben. Neben Entzugsbehandlungen und Entwöhnungstherapien werden hier auch vielseitige Unterstützungsangebote und Therapieformen angeboten.

Pflege als Berufung

Bereits nach der Matura war für Julia Moosmann klar: „Ich möchte Menschen helfen, die Schwierigkeiten haben ihr Leben selbst zu bewältigen.“ Pflege ist für sie kein Beruf, sondern eine Berufung. Eine dreijährige Ausbildung an der psychiatrischen Krankenpflegeschule in Rankweil ebnete schließlich ihren Weg in die Therapiestation Lukasfeld. „Wir betreuen hier unterschiedlichste Patienten, weshalb sich jeder Aufenthalt anders gestaltet. Manche kommen freiwillig zu uns, andere in Folge einer gerichtlichen Weisung. Manche sind nur kurz hier, andere bleiben bis zu einem halben Jahr. Teilweise kommt es leider zu Rückfällen und einer erneuten Aufnahme bei uns. Umso wichtiger ist es, dass wir von Anfang an eine gute therapeutische Beziehung aufbauen, denn nur so können wir den Menschen mit ihren Herausforderungen im Alltag gerecht werden“, weiß die 29-jährige Harderin.

In der Therapiestation Lukasfeld wird in einem Bezugspflegesystem gearbeitet. Das bedeutet, dass jede Pflegekraft für einen oder mehrere Patienten zuständig ist. Diese Pflegeperson begleitet die Patienten durch den Alltag, unterstützt sie in der Tagesstruktur bzw. plant gemeinsame Aktivitäten. „Sie erleben hier ganz unterschiedliche Therapieansätze – neben Psychotherapien in Einzel- oder Gruppensettings spielen Beschäftigungstherapien ebenso wie sport- und erlebnispädagogische Ansätze oder Behandlungsformen wie Akupunktur oder Entspannungstechniken – eine wichtige Rolle“, erklärt auch Martin Waldner, Pflegeleiter der Therapiestation Lukasfeld. Der Austausch und die Zusammenarbeit mit dem Fachpersonal stellt eine weitere, wichtige Säule dar. „Um die Patienten bestmöglich begleiten zu können, müssen wir mit ihnen gemeinsam den Alltag analysieren und auch immer wieder neue Therapiestrategien anwenden“, ergänzt Julia Moosmann.

Fokus auf Weiterbildung

Die Stiftung Maria Ebene legt großen Wert auf Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeitenden. Julia studiert derzeit berufsbegleitend Pflegewissenschaft mit dem Schwerpunkt Pflegepädagogik an der UMIT in Hall in Tirol. „Eine Woche pro Monat habe ich Unterricht, die anderen drei Wochen arbeite ich. Diese Weiterbildung hilft mir enorm in meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung und ich schätze es sehr, dass mich die Stiftung Maria Ebene dabei unterstützt. Gemeinsam haben wir eine perfekte Lösung gefunden, damit ich Job und Studium unter einen Hut bekomme. Und auch meine Kollegen und Kolleginnen in der Therapiestation helfen mir dabei – so macht das Arbeiten und Lernen gleich noch mehr Freude“, sagt Julia abschließend.