Baubranche vor Herausforderungen

HE_Feldk / 26.04.2022 • 14:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Baubranche boomt, dennoch gibt es wegen der aktuellen politischen Situation große Herausforderungen.Shutterstock
Die Baubranche boomt, dennoch gibt es wegen der aktuellen politischen Situation große Herausforderungen.Shutterstock

IG Lebenszyklus Bau beschäftigt sich mit aktuellen Herausforderungen und sucht nach zeitgemäßen Lösungen.

BAUBRANCHE „Aktueller denn je“ – unter diesem Motto startet man bei der IG Lebenszyklus Bau ins neue Arbeitsjahr. Neun Arbeitsgruppen mit rund 100 Experten und Expertinnen arbeiten bereits an brandaktuellen Themen, die auch die Folgen des Kriegs in der Ukraine miteinbeziehen. „Eine auf Nachhaltigkeit und Klimaneutralität basierende Raum- und Gebäudeentwicklung sowie eine partnerschaftliche Projektkultur sind so akut und dringend erforderlich wie noch nie“, betont IG-Sprecher Wolfgang Kradischnig. Denn Bauverzögerungen und Baustopps seien vor dem Hintergrund von Preissprüngen und Lieferengpässen bereits jetzt zu beobachten und würden in naher Zukunft das tägliche Geschäft beherrschen. Mit einem vom Verband vorgeschlagenen Maßnahmenmix soll ein nationaler und partnerschaftlicher Schulterschluss der Bau- und Immobilienbranche zur Bewältigung der bereits eintretenden und kurz bevorstehenden politischen und wirtschaftlichen Veränderungen erreicht werden.

Drohende Kurzarbeit und Insolvenzen trotz voller Auftragsbücher

Stephan Heid, stellvertretender Sprecher der IG Lebenszyklus Bau, zufolge sind die Auftragsbücher eigentlich voll. Dennoch drohen Kurzarbeit und Insolvenzen. Eine Herausforderung, der man laut Heid nur kollektiv begegnen könne: „In den nächsten Wochen und Monaten ist die Solidarität zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer gefragt. Wir suchen daher bereits das Gespräch mit Vertretern der führenden Bau- und Immobilienunternehmen, führenden privaten und öffentlichen Auftraggebern und -nehmern der Branche.“ Wer nachhaltig bauen und betreiben will, muss bei der Organisation und den Prozessen beginnen sowie sämtliche Beteiligten frühzeitig einbinden – nach diesem Motto arbeiten bei der IG Lebenszyklus Bau rund 80 Mitgliedsunternehmen laufend an aktuellen Fragen der Branche. Dementsprechend wurden nun kurz- und mittelfristige konkrete Maßnahmen formuliert, die einen nationalen und partnerschaftlichen Schulterschluss der gesamten Bau- und Immobilienbranche Österreichs ermöglichen sollen:

» Neue Bewertung von wechselseitigen vertraglichen Leistungen: Findung einer tragfähigen Lösung von Auftraggeber – wie von Auftragnehmerseite

» Angemessene Vorhaltekosten bei Bauunterbrechungen

» Einräumen von alternativen Bau- und Bauproduktlösungen

» Temporäres Aussetzen von vertraglich festgelegten Bauzeiten und Forcierungsmaßnahmen

» Sofortiger Stopp der Umwidmungen von Agrar- in Bauflächen

» Erarbeitung von Beschäftigungsgarantien für die Arbeitnehmer der Bau- und Immobilienbranche für die kommenden Monate

» Nachdenken über Solidaritätsfonds der Big Player zugunsten der KMU-Zulieferer und Subunternehmen, um deren wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern

„Die aktuelle Situation hat Auswirkungen auf viele unserer Themen. Gleichzeitig sind wir überzeugt davon, für viele aktuelle Herausforderungen Lösungsansätze bieten zu können“, ergänzt Kradischnig. So beschäftigen sich zahlreiche Mitgliedsunternehmen etwa mit der zügigen Umstellung von Gas auf erneuerbare Energieträger, staatliche Förderungen sowie Bestandssanierungen zur Ressourcenschonung und CO2-Einsparung.