Ein kühles Bier ist im Sommer gefragt

HE_Blude / 04.05.2022 • 15:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein kühles Bier ist im Sommer gefragt

Österreich ist eine Biernation – die mit Abstand beliebteste Sorte ist das Märzen- bzw. Lagerbier.

GETRÄNK Die bekannte irische Folkband The Dubliners besang einst ein „Pub with no beer“. Nicht nur für die trinkfreudigen Iren wäre ein Gasthaus ohne Bier wohl kaum vorstellbar. Auch bei uns ist der Gerstensaft das meistbestellte Getränk, das über den Tresen geht. Das klassischste aller Getränke ist eng mit der Geschichte des Biergartens verbunden. Biergärten im Sinne des bayerischen Dekrets von 1812 entstanden im 19. Jahrhundert in München, als vorwiegend untergäriges Bier getrunken wurde. In unserem Nachbarland sind Biergärten zum echten Kulturgut geworden.

Beliebteste Sorte

Was das Hopfengetränk betrifft, ist das Lager- bzw. Märzenbier die beliebteste Sorte innerhalb Österreichs. Mit rund 70 Prozent Marktanteil nimmt es den unangefochtenen Spitzenplatz ein. In früheren Jahrhunderten, als es noch keine Kühlhäuser gab, war es äußerst schwer, in warmen Monaten die beliebten untergärigen Biere zu brauen. Der Grund hierfür liegt an der eingesetzten untergärigen Hefe, welche eine Temperatur vier bis zehn Grad Celsius benötigt und diese im Sommer nicht gewährleistet werden konnte. Um auch über den Sommer Bier genießen zu können, wurden im Frühlingsmonat März die Biere stärker eingebraut und in tiefen, kühlen Felsenkellern gelagert. Daher stammt auch der Name Lagerbier für alle untergärigen Biere. Die zuletzt im März stärker eingebrauten Biere waren dadurch den Sommer über haltbar und man benannte sie nach dem Monat März – Märzenbier. Seine Stammwürze beträgt 13 bis 15 Prozent und seine Bitterkeit liegt bei 18 bis 28 IBU (International Bitterness Unit). Es gilt als fein und ausgewogen bitter. Beliebt sind auch die Spezialbiere, die hauptsächlich von den heimischen Brauereien gebraut werden. „Bier ist ein
regionales Lebensmittel. Unsere Brauer sind vor Ort verankert und agieren äußerst umweltbewusst sowie nachhaltigkeitsorientiert, im Einklang mit der Natur und ihrer Umgebung. Das reicht vom Einsatz hochqualitativer natürlicher Rohstoffe aus Österreich – rund 135.000 Tonnen Braugerste und 394 Tonnen Hopfen im Jahr 2021 – über den immer stärkeren Einsatz von erneuerbaren Energien sowie schonendem Umgang mit Ressourcen bis hin zu umweltfreundlicher Logistik und Mobilität. Darauf sind wir stolz und deshalb sehen wir auch allfälligen weiteren Herkunftskennzeichnungen gelassen entgegen. Regionalität ist in unserer DNA, natürliche Zutaten sind unser Erfolgsrezept“, betont Sigi Menz, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs.

Die Temperatur des eingeschenkten Bieres sollte deshalb zwischen sechs und acht Grad liegen. Denn zu kaltes Bier schäumt zu wenig und zu warmes wiederum zu viel. Für die perfekte Schaumkrone spielt vor allem auch die Sauberkeit des Glases eine wichtige Rolle. Auf den Glasoberflächen können sich Hautfette oder -öle ansetzen. Diese Fette führen im Bier zu einer signifikanten Reduktion der Schaumkrone, „die Blume bricht zusammen“. Deshalb werden Biergläser vor dem Einschenken normalerweise mit kaltem Wasser ausgespült. Hat man das Glas etwa zur Hälfte gefüllt, muss es kurz abgesetzt werden, damit der Schaum eine kompakte Form annehmen kann. Zuletzt wird das Bier fast senkrecht in das Glas geschenkt. Dieser Winkel entscheidet dann über das Volumen des Schaums. In Gläsern, bei denen die Öffnung oben schmal zusammenläuft, bleibt die Schaumkrone wesentlich länger stehen. Grundsätzlich werden bestimmte Bierstile seit jeher mit weniger oder mehr Schaum in Verbindung gebracht. Während ein Pils, Kölsch oder Weizenbier mit viel Schaum serviert wird, kommt ein englisches Brown Ale oder belgisches Sauerbier mit deutlich weniger Schaum an den Tisch. Aus ganz praktischen Gründen wird er in England, den Niederlanden und anderen Biernationen sogar mit dem Abstreifer entfernt. Zum einen wird der Schaum hier als nicht sonderlich schön betrachtet, zum anderen passt so mehr Bier ins Glas.

„Regionalität ist in unserer DNA, natürliche Zutaten sind unser Erfolgsrezept.“

Gerade in der warmen Jahreszeit ist ein kühles Bier ein viel geordertes Getränk in den heimischen Gastgärten. Shutterstock/Alexandra Eizinger
Gerade in der warmen Jahreszeit ist ein kühles Bier ein viel geordertes Getränk in den heimischen Gastgärten. Shutterstock/Alexandra Eizinger