Der Traum vom Einfamilienhaus

HE_Blude / 23.05.2022 • 13:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch junge Menschen träumen von einem Einfamilienhaus.shutterstock
Auch junge Menschen träumen von einem Einfamilienhaus.shutterstock

In Vorarlberg war die zweithöchste Preisentwicklung außerhalb Wiens, nämlich um +88.998 Euro.

Markt Der Einfamilienhausmarkt hatte seinen historischen Mengenhöhepunkt 2018 mit 12.689 Verbücherungsakten. 2019 und 2020 schrumpfte er. Mit 10.722 Einfamilienhäusern fehlte 2021 auf das 2020er-Ergebnis nur ein Haus, es herrschte also Stillstand. Dass es nicht an der fehlenden Nachfrage, sondern am fehlenden Angebot gelegen ist, lässt sich leicht an der Preisentwicklung erkennen. In allen Bundesländern sind die Preise nach oben gegangen. Die Bandbreite reicht von +6,9 Prozent im Burgenland bis zu +32,8 Prozent in Tirol. Auch der Gesamttransaktionswert der gehandelten Einfamilienhäuser hat sich entsprechend nach oben entwickelt: von 3,48 Milliarden Euro (2020) auf 4,11 Milliarden Euro im Jahr 2021.

Spürbare Preissteigerung

„Im letzten Jahr sind die Preise für Einfamilienhäuser aufgrund des deutlich rückläufigen Angebots und der außerordentlich guten Nachfrage überdurchschnittlich gestiegen. Der vermehrte – sicherlich auch pandemiegetriebene – Wunsch nach einem Haus mit eigenem Grün war zuletzt besonders stark ausgeprägt“, erklärt Reinhard Götze von Remax Immowest. Für ein Einfamilienhaus in Österreich bezahlten Käufer 2021 durchschnittlich 314.352 Euro, um +37.081 Euro mehr als 2020.

Über 500.000 Euro

Um -120 Einfamilienhäuser weniger als 2018, doch um +14 mehr als 2020. Der Vorarlberger Einfamilienhausmarkt war schon einmal wesentlich agiler, aber auch schon ein wenig schwächer als 2021. Den Gesamtumsatzzahlen tut dies keinen Abbruch, sie steigen – preisbedingt – in neue Höhen: 248,6 Millionen Euro im Jahr 2021 – das sind um +22,1 Prozent mehr als 2020 und um +21,3 Prozent mehr als im Spitzenjahr 2019. Die Preisentwicklung in Vorarlberg war die zweithöchste außerhalb Wiens, nämlich um +88.998 Euro. Typischerweise bezahlt man 615.340 Euro für ein Einfamilienhaus im Ländle, und somit um +16,9 Prozent mehr als 2020, und um +72,9 Prozent mehr als 2016 und um +142,4 Prozent mehr als 2011. Die Gesamt-Transaktionswert-Steigerung im Fünfjahresvergleich beträgt +43,9 Prozent, im Zehnjahresvergleich +107,4 Prozent.

Feldkirch liegt vorne

Feldkirch führte schon 2018 und 2019 die Mengenstatistik an und 2021 wieder, diesmal mit 118 Einheiten. Das sind um 20 mehr als 2020. Auch Bregenz legte zu: Um +12 auf 102. Dornbirn fehlten mit 92 Verbücherungen -11 Einfamilienhäuser auf 2020 und Bludenz mit 65 noch -7. Damit fehlten in allen Bezirken 20 Prozent oder mehr auf die Spitzenjahre.

Viermal neuer Höchstpreis

Alle vier Vorarlberger Bezirke überschritten mit ihren typischen Einfamilienhauspreisen 2021 die jeweils nächste Hunderttausend-Euro-Marke. Bregenz liegt mit 722.326 Euro um +123.273 Euro (+20,6 Prozent) über 2020. Dornbirn stieg lediglich +9,6 Prozent gegenüber 2020 und weist mit 646.770 Euro den geringsten Vorarlberger Wertanstieg auf. Plus 16,8 Prozent mehr bezahlten die Käufer im Bezirk Feldkirch – im Durchschnitt 575.568 Euro. Vergleichsweise günstig sind die Einfamilienhäuser im Bezirk Bludenz mit 505.638 Euro, nach einem Preisanstieg von +21,1 Prozent.

Günstig kaufen

Im Bezirk Bludenz kostete das billigere Viertel aller gehandelten Einfamilienhäuser weniger als 320.000 Euro, um 0,8 Prozent mehr als 2020. In Feldkirch lag diese Quartilsgrenze bei 443.150 Euro (+26,6 Prozent), in Dornbirn bei 461.250 Euro (+8,5 Prozent). Im Bezirk Bregenz kosteten drei von vier Einfamilienhäusern gar mehr als 532.500 Euro (+20,3 Prozent).

Top-25-Prozent

Mindestens 612.000 Euro bezahlte jeder vierte Käufer 2021 für ein Einfamilienhaus im Bezirk Bludenz, (+15,5 Prozent). Mindestens 700.000 Euro in Feldkirch (+16,7 Prozent), mindestens 810.100 Euro in Dornbirn (+11,7 Prozent) und mindestens 850.000 Euro im Bezirk Bregenz (+19,5 Prozent).