Kein Heizkesseltausch ohne Dämmung

HE_Feldk / 26.09.2022 • 15:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Durch Gebäudedämmung lässt sich am meisten Heizenergie sparen.Shutterstock
Durch Gebäudedämmung lässt sich am meisten Heizenergie sparen.Shutterstock

Ein Heizkesseltausch ist zwar sinnvoll, aber nur die halbe Wahrheit.

sanierungsscheck Im Rahmen der Sanierungsoffensive 2021/2022 des Bundes wird neben dem Sanierungsscheck auch „Raus aus Öl und Gas“ begrüßt. Die ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme und das Zukunftsforum SHL stimmen überein: Für die Energiewende und vor allem die Klimaneutralität 2040 muss der Energieverlust über die Gebäudehülle reduziert werden. Erst die Kombination geförderter Maßnahmen, wie eine Dämmung mit zum Beispiel einem Heizkesseltausch, macht Sinn. Die beiden freiwilligen Arbeitsgemeinschaften setzen sich daher für ganzheitliche Energieberatungen ein. Das Ziel ist eine sinnvolle Energieeffizienz, die mit einer Planungssicherheit für Auftraggeber und Auftragnehmer einhergeht.

Gebäudehülle entscheidend

Ein Beispiel: Familie K. hat kürzlich ein Haus geerbt. Aufgrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen und hohen Energiepreise wollte sie das Haus mit einer neuen Heizungsanlage versehen. Ein Vorhaben ganz im Sinne der Sanierungsoffensive. Ernüchterung kam mit dem Installateur. Er stellte die Frage nach dem thermischen Gebäudestatus: Der lautet ungedämmt. Das ist der Grund zur Absage des Heizkesseltausches. Wie Familie K. ergeht es momentan vielen Immobilienbesitzern.

Wahre Energieeffizienz ist, wenn Energie gar nicht erst erzeugt werden muss – und somit auch keine Kosten zur Energieerzeugung entstehen. Ein Heizkesseltausch ist gut und sinnvoll, aber nur die halbe Wahrheit. Denn neue und modernste Heizgeräte sind darauf angewiesen, dass die Energieverluste des Gebäudes minimiert sind. Eine verbesserte Gebäudehülle sowie isolierte Rohrleitungen senken die Vorlauftemperatur der Heizanlage so weit ab, dass die Wärmeerzeugung auf Basis nachwachsender und CO2-neutraler Rohstoffe ideal betrieben werden kann. „Wenn der Energieverlust über die Gebäudehülle minimiert wurde, kann ­das gesamte Repertoire technischer Möglichkeiten ausgenutzt werden“, so der Sprecher der Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme, Dr. Clemens Hecht.

Sanierungsoffensive weiterführen

Eine Weiterführung der Sanierungs­offensive nach 2022 ist unbedingt erforderlich. Künftige Förderungen müssten Teilsanierungen berücksichtigen, die schrittweise im Sinne einer ganzheitlichen Sanierung erfolgen. Darauf können alle folgenden Sanierungsmaßnahmen ideal aufeinander abgestimmt werden. Diese langfristige Planung auf zwei bis fünf Jahre bringt Planungssicherheit auf beiden Seiten. Zustimmung kommt vom Zukunftsforum SHL, ein branchenübergreifender Zusammenschluss von Österreichs Installateuren, des Heizungsgroßhandels sowie österreichischen Qualitätsherstellern der Wärmebranche. Ein gemeinsames Anliegen mit der QG sind zielführende Maßnahmen der thermischen Gebäudesanierung.

Den maximalen Erfolg für unser Klima und unsere Gesundheit bringt ein thermisch teil- oder vollsaniertes Gebäude. Eine Einsparung der Heizenergie bis weit über 75 Prozent ist möglich und damit ein effektiver Weg zur Klimaneutralität 2040.

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