Über Fußball zum Hilfsprojekt

Heimat / 04.01.2022 • 17:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fußball brachte das Spendenprojekt der Vorarlberger ins Rollen.

Fußball brachte das Spendenprojekt der Vorarlberger ins Rollen.

Junge Vorarlberger gründeten ein Hilfsprojekt in Gambia.

Bregenz Angefangen hat es mit einem Urlaub in Gambia im Herbst 2019. Dort beobachtete der 28-jährige Manes Gründler aus Bregenz, wie Männer barfuß mit einem halb kaputten Fußball spielten. Gründler, selbst ein passionierter Fußballer, lernte einen Schweizer kennen, der Pakete von Zürich nach Gambia schickte. So beschloss er, eine Spendenaktion für den gambischen FC Penyem im Freundeskreis zu starten. Social-Media-Verantwortliche des Hilfsprojekts ist Anja Stojanovic (22). Sie erzählt: „Dann kamen immer mehr Leute und wollten helfen.“ So entstand die Organisation „Help2Unify“. Mittlerweile konnte „Help2Unify“ die Bevölkerung in Gambia mit vielen Projekten unterstützen.

Erste Erfolge

Stojanovic fährt fort: „Unser Motto ist Hilfe zur Selbsthilfe, anstatt nur zu spenden“ erzählt die 22-Jährige. „Help2Unify“ dokumentiert alle Schritte auf den Sozialen Medien. Es werden Kontoauszüge geteilt, damit jeder weiß, was mit den Spenden passiert. Die Follower können über Instagram verfolgen, wie Spenden verfrachtet und an die Dorfbewohner verteilt werden.

Die Hilfsorganisation half beim Bau von Brunnen in vier Dörfern, in denen es zuvor kein Wasser gab. Pro Brunnen werden 800 Menschen versorgt. Eine Schule für Waisenkinder wird unterstützt, PV-Anlagen für die Stromversorgung errichtet.

In Gambia wird der Großteil der Lebensmittel importiert, vor allem Fleisch. Daher hat das junge Team mit dem Dorfbewohner Ebou ein Konzept erstellt, wie er eine Hühnerfarm aufbauen kann, um sich und seine Familie selbst zu erhalten. Mit Erfolg: Vor Kurzem konnte er die ersten Hühner verkaufen und investierte den Erlös in Lebensmittel und neue Küken. „So hat der Kreislauf begonnen. Wir haben das erste Mal gesehen: Okay, das funktioniert, und zwar erfolgreich“, freut sich Anja Stojanovic. Auch eine Erdnussfarm gibt es mittlerweile, die mithilfe der Organisationen aufgebaut wurde.

Im Sommer organisierte die Organisation einen „Unify Rave“ im Magazin 4 in Bregenz. „Es sind über 2000 Euro zusammengekommen, der komplette Erlös wird gespendet“, blickt die Social-Media-Verantwortliche zurück. Zudem gibt es den Online-Shop „Unify The World“. Bei jedem Kauf werden vier Euro an „Help2Unify“ gespendet, egal welcher Betrag ausgegeben wurde. In denen von dem Vorarlberger Team betreuten Orten gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel, und die Kinder müssen oft einen langen Schulweg auf sich nehmen.

Nicht nur die Organisation wächst. Auch der FC Penyem konnte beim ersten Turnier punkten. Trotz mangelnder Vorerfahrung wegen der fehlenden Ausrüstung gewann der Verein den Wettbewerb, Manes Gründler wurde da­raufhin zum Manager ernannt. Mehrere Vorarlberger Fußballvereine unterstützen die Organisation mittlerweile. VN-MEH

Für 500 Euro konnte der Brunnen in Kitty gebaut werden.
Für 500 Euro konnte der Brunnen in Kitty gebaut werden.
Manes Gründler (links) wird von Fußballern und Fußballvereinen unterstützt. Help2Unify
Manes Gründler (links) wird von Fußballern und Fußballvereinen unterstützt. Help2Unify

Instagram: help2unify

Website: www.unifythe.world/

Help2Unify-Spendenkonto

IBAN: AT83 3742 0000 0022 3107

BIC: RVVGAT2B420

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