Wo am Samstag altes Handwerk und Tradition gefeiert wird

Heimat / 14.09.2022 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kaspar Mündle, Gründer des Sägewerks Mündle in Satteins, mit zwei Mitarbeitern.<span class="copyright">Handwerkerzunft Satteins</span>
Kaspar Mündle, Gründer des Sägewerks Mündle in Satteins, mit zwei Mitarbeitern.Handwerkerzunft Satteins

Die Satteinser Handwerkerzunft feiert 325-Jahr-Jubiläum und zeigt, wie Wasserkraft heute noch genutzt wird.

SATTEINS Die Handwerkerzünfte waren einst wichtige Institutionen. Durch die Zusammenschlüsse sollte die wirtschaftliche Existenz der Gewerbe bzw. deren Mitglieder gesichert werden. So wurde etwa die Qualität der Waren und Dienstleistungen sichergestellt und Preise festgelegt. Auch für das komplette Ausbildungs- und Prüfungswesen waren sie lange zuständig. Heute übernimmt die Wirtschaftskammer viele dieser Aufgaben. So mag sich im Zeitalter der Digitalisierung mancher fragen: Wofür braucht es die Handwerkerzunft noch?

Traditionen erhalten

„Das Handwerk und seine Gewerke haben eine lange Tradition“, sagt Alfons Lins. Er ist Zunftmeister der Handwerkszunft Satteins und weiß: “Gerade und vor allem heute, da Maschinen und Programme viele Arbeiten übernehmen, gilt es alte Traditionen aufrechtzuerhalten.“ So sieht sich auch die Satteinser Handwerkerzunft in der Pflicht, alte Werte und Kulturgüter weiterzugeben.
Die Geschichte der Zunft erzählt von der gewerblichen und industriellen Entwicklung der Gemeinde Satteins.

325 Jahre Handwerkerzunft Satteins
325 Jahre Handwerkerzunft Satteins

Wie in so vielen Orten und zu der Zeit üblich, wurden auch in der Walgaugemeinde die Möglichkeiten der Wasserkraft genutzt. „Satteins hatte einmal 13 Orte, an denen Wasser zum Antrieb genutzt wurde“, erzählt der Vereinsvorsteher. So wurden zum Beispiel ein Elektrizitätswerk, drei Mühlen, eine Mosterei, eine Schlosserei, zwei Sägewerke, eine Metzgerei und eine Schmiede mit Wasserkraft versorgt. Daneben waren weitere Gewerbe angesiedelt, wie eine Volkszählung im Jahr 1824 zeigt. So waren in Satteins auch Schuster, Schneider, Schreiner, Wagner, Bäcker sowie Wirte, Krämer und Säger ansässig.

Termin

325 Jahre Handwerkerzunft Satteins:
„Wasser das Lebenselixier – Leben und Arbeiten mit Wasser“

Samstag, 17. September

Tag der Offenen Tür von 13 bis 17 Uhr
Hochbehälter Burghalden, Hochbehälter Kamizan, Speicherweiher, E-Werk Metzler (Mühlegasse), Wasserrad Herman Sepp

15 Uhr Kirchliche Einweihung des neuen Hochbehälters Kamizan

Taxidienst ab 13 Uhr zu den Anlagen durch die Feuerwehr. Zustiegsstellen: Sportplatz Inderholz, Kirchplatz oder entlang der Strecke

Wasserführungen (ab Kirchplatz) werden um 13.30 und 14 Uhr

Ab 14 Uhr Jubiläumsfest

beim Alten Sportplatz im Inderholz

16 Uhr Konzert Musikverein Satteins

19 Uhr Party mit „Guat & Günschtig“

Leben und arbeiten mit Wasser

Wer nun glaubt, bei der Handwerkerzunft handle es sich heute nur noch um eine kleine Gemeinschaft alter und alteingesessener Handwerker, irrt. Denn der Traditionsverein zählt aktuell 165 Mitglieder von 19 bis 90 Jahre.
Kommenden Samstag feiert die Handwerkerzunft Satteins ihr 325-jähriges Bestehen. „Für die Jubiläumsfeier wollten wir etwas Sinnstiftendes organisieren“, erzählt Alfons Lins. Und da viele Gewerke ihren Ursprung in der Wasserkraft haben, wird am Samstag das Wasser als Lebenselixier zum Thema. „Wir wollen zeigen, welche Rolle das Wasser und die Wasserkraft noch heute in der Gemeinde spielen“, sagt der Zunftmeister.

325 Jahre Handwerkerzunft Satteins
325 Jahre Handwerkerzunft Satteins

Diese Woche haben die Volks- und Mittelschüler von Satteins die Möglichkeit, die verschiedenen Anlagen der Gemeinde zu besichtigen. Interessierte sind kommenden Samstag, 17. September, zum Tag der offenen Tür bei allen Anlagen geladen. Im Rahmen der Jubiläumsfeier wird auch der neue Hochbehälter kirchlich eingeweiht. Selbstverständlich darf ein zünftiges Jubiläumsfest nicht fehlen. So ist die Bevölkerung herzlich zur Feier beim Alten Sportplatz im Inderholz eingeladen. Für gute Unterhaltung sorgen der Musikverein Satteins und später die Band „Guat & Günschtig“. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

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