Über den Fruchtgenuss

Immo / 22.06.2017 • 10:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wohnrecht.„Dingliche Rechte“ werden oft bei Über-gabe von Wohneigentum zu Lebzeiten vereinbart. Besteht ein Wohnrecht bzw. ein Fruchtgenuss auf eine Eigentumswohnung, so kann der Eigentümer nicht uneingeschränkt darüber verfügen. Foto links: Rainer Sturm_pixelio.de

Wohnrecht.„Dingliche Rechte“ werden oft bei Über-
gabe von Wohneigentum zu Lebzeiten vereinbart. Besteht ein Wohnrecht bzw. ein Fruchtgenuss auf eine Eigentumswohnung, so kann der Eigentümer nicht uneingeschränkt darüber verfügen. Foto links: Rainer Sturm_pixelio.de

Aktuell. Ist eine Eigentumswohnung mit dinglichen Rechten belastet, so wird der Verkauf massiv erschwert.

Es bestehen unterschied-
liche dingliche Rechte, wie Harry Preisl, Geschäftsführer von Cura Immobilien, erläutert. „Das Gebrauchsrecht sagt aus, dass ein Berechtigter die Wohnung zum eigenen Bedarf gebrauchen darf. Er darf sie aber nicht vermieten.“ Hat jemand in einer bestimmten Wohnung ein Wohnrecht, so liegt es am vorhandenen Vertrag, ob diese Wohnung nur bewohnt oder auch vermietet werden darf.

Fruchtgenuss

„Die größten Einschränkungen für den Eigentümer bestehen, wenn jemand ein Fruchtgenussrecht auf dessen Wohnung zugesprochen wurde.“ Wohnungsverwalter Harry Preisl führt dazu aus: „Der Fruchtnießer kann ohne jede Einschränkung und unter Schonung der Subs-tanz über eine Wohnung verfügen. Wesentlich ist hier, dass er die Wohnung vermieten kann und die Miete daraus lukriert. In einem Mietvertrag steht der Fruchtnießer anstelle des Eigentümers als Vermieter.“ Für einen Hausverwalter bedeutet das, dass er den Fruchtnießer anstelle des Eigentümers zu Versammlungen einladen muss. In der Abstimmung stehen nämlich diesem die Rechte eines Eigentümers zu. Preisl: „Der Eigentümer wird hier praktisch ins Aus gestellt. Dazu gibt es auch Urteile des Obersten Gerichtshofes.“ Die monatliche Vorschreibung der Betriebskosten erhält aber wieder der Eigentümer. Diese Variante nützen oft ältere Wohneigentümer, die ihren Kindern eine Wohnung zu Lebzeiten überschreiben, sich aber den Fruchtgenuss sichern. Ein Verkauf der Wohnung, eine Belastung durch Hypotheken oder etwa eine Widmungsänderung stehen dem Fruchtnießer allerdings nicht zu. Aufrechter Fruchtgenuss mindert den Wert einer Wohnung, ein Verkauf ist nur schwer möglich.

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