Hauptwohnsitz nachweisen

Immo / 16.05.2019 • 13:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wer eine Immobilie verkauft, die er oder sie lange genug als Hauptwohnsitz
genutzt hat, ist von der Immobilienertragssteuer befreit.

Aktuell Gewinne aus Immo-
bilienverkäufen werden seit 2012 grundsätzlich mit 30 Prozent versteuert. Wer ein Haus oder eine Wohnung allerdings während der vorangegangenen zwei Jahre bzw. durchgehend fünf Jahre innerhalb der letzten zehn Jahre als Hauptwohnsitz genutzt hat, ist von dieser Steuer befreit. „Gängige Praxis war und ist es, dass der Meldezettel als notwendiger Beleg für den Hauptwohnsitz verlangt wird.

Glaubhaft belegen

Doch nach jüngster Rechtsprechung muss aber nur glaubhaft belegt werden, dass sich der Lebensmittelpunkt tatsächlich in dieser Immobilie befand.“ Das berichtet Immobilienmakler Klaus Suppan von Immoteam7.

Zeugenaussagen wichtig

Als Belege dafür können etwa Zeugenaussagen von Nachbarn ebenso dienen wie Kostenrechnungen von Energielieferanten usw. Als Beispiel führt Klaus Suppan einen jungen Mann an, der aus bestimmten Gründen seinen Hauptwohnsitz bei der Großmutter angemeldet hatte. Sein Lebensmittelpunkt blieb aber in der Wohnung der Mutter. Als die Mutter verstarb, vermachte sie ihrem Sohn die Wohnung, der Verkauf wäre somit zu versteuern gewesen. Das Gericht glaubte allerdings den Aussagen der Nachbarn und der Großeltern. Auch konnte über Rechnungen nachgewiesen werden, dass der Strom- und Wasserverbrauch mit diesen Angaben übereinstimmt.

Möglichkeit nutzen

Klaus Suppan: „Wer beim Immobilienverkauf eine hohe Steuerbelastung befürchtet, weil er seinen Hauptwohnsitz nicht per Meldezettel nachweisen kann, hat somit die Möglichkeit, die Richtigkeit des Lebensmittelpunkts anders zu belegen.“

„Hauptwohnsitz muss nicht zwingend mit dem Meldezettel belegt werden.“

In „Immobilien aktuell“ geben die VN in Zusammenarbeit
mit der Fachgruppe der
Immobilien- und Vermögenstreu­händer der Wirtschaftskammer
Tipps für den Immobilienbereich.