Bankenkrimi in Liechtenstein

Jahresrückblick 2021 / 07.05.2021 • 12:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bankenkrimi in Liechtenstein
Die Ermittlungen der Staatsbank gegen ehemaligen Bank-Vorstand laufen noch.  VB/ZANGHELLINI

Ermittlungen gegen Ex-Chef der ehemaligen Volksbank Liechtenstein.

Schaan, Rankweil Der Finanzplatz Liechtenstein war einige Jahre auch für Vorarlberger Banken ein guter Standort, doch alles in allem nicht so gut, dass man sich dort etablieren konnte und wollte. Im März 2019 verkaufte auch die Volksbank Vorarlberg die Volksbank Liechtenstein an die Sigma Bank, die im Besitz des österreichischen Milliardärs Martin Schlaff ist. Zwei Jahre später, im Sommer 2020 wendete sich die Sigma-Bank an die Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein und meldete Unregelmäßigkeiten bei der Compliance, die erst nach Übernahme bekannt geworden seien, man habe vorher keine Einsicht in die Unterlagen bekommen. Die Untersuchung brachte inzwischen ans Licht, dass vor allem dem damaligen Geschäftsführer mit schweren Vorwürfen belastet.

Inzwischen ist die Staatsanwaltschaft des Fürstentums tätig und ermittelt gegen den ehemaligen Bankchef, einen Treuhänder und eine Vermögensverwaltung wegen des Verdachts des Verbrechens der Untreue sowie des Verdachts des Verbrechens der Geldwäscherei. Vorderhand gelte die Unschuldsvermutung, so der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner.Die Betroffenen wehren sich vehement gegen alle Anschuldigungen.

Es gebe Hinweise darauf, dass die Befugnis, über fremdes Vermögen zu verfügen, missbraucht wurde. Offenbar wurde auch die Compliance-Abteilung der ehemaligen Volksbank Liechtenstein getäuscht. Um welche Summen es geht, wurde nicht bekannt gegeben. Mittlerweile wurde die Sigma-Bank zudem von der FMA mit einer Rekordstrafe von 350.000 Franken belegt. Die Betroffenen wehren sich vehement gegen alle Anschuldigungen.

Die Volksbank Vorarlberg weist auf das laufende Verfahren hin. Vorstandschef Gerhard Hamel auf VN-Anfrage: „Wir dürfen in Liechtenstein Akteneinsicht nehmen. Daraus wissen wir, dass sich das Verfahren gegen den ehemaligen Geschäftsführer richtet und nicht gegen die ehemalige Eigentümerin Volksbank.“

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