Krähender Hahn sorgt für Unmut in Lustenau

Jahresrückblick 2021 / 29.05.2021 • 00:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
David und sein geliebter Hahn Makita. Das Federvieh sorgt für einige Turbulenzen und bringt Nachbarn gegen sich auf. VN/Paulitsch
David und sein geliebter Hahn Makita. Das Federvieh sorgt für einige Turbulenzen und bringt Nachbarn gegen sich auf. VN/Paulitsch

Der Gockel Makita ist der beste Freund des 14-jährigen David. Aber nicht der Nachbarn.

Lustenau Makita ist ein prachtvolles Exemplar seiner Spezies: bunte Federn, majestätischer Gang, anhänglich. Aber der gut einjährige Hahn ist kein Schweiger. Er kräht lang und laut. Für David Fischer, der das Tier über alles liebt, kein Problem. Für die Nachbarn vis-à-vis jedoch schon. Makita hat drei Hennen um sich herum, schwedische Blumenhühner. “Sie heißen Nina, Irwi und Ilwi”, erzählt David stolz.

Lange hatte sich David nach Federvieh gesehnt. “Ich habe Hühner immer schon gemocht. Viel lieber als Hunde.” Endlich erfüllten ihm seine Eltern Daniela (44) und Manfred (62) diesen Wunsch. Sie erwarben zwei Stück Federvieh, vermeintlich Hennen. “Dann stellte sich heraus, dass eines der Tiere ein Hahn ist. Doch das war uns dann egal. Wir hatten ihn liebgewonnen, wollten ihn nicht mehr hergeben”, erklärt Vater Manfred.

Makita passt gut auf seine Hennen auf. Diese würden niemanden stören. Aber der Gockel mit seinem Krähen schon. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Makita passt gut auf seine Hennen auf. Diese würden niemanden stören. Aber der Gockel mit seinem Krähen schon. VN/Paulitsch

Polizei war auch schon da

Makita und seine weiblichen Gefährten leben auf einem Bündt in der Gutenbergstraße, unweit des Wohnhauses der Fischers. Die Wiese gehört zu einem nicht bewohnten alten Haus, das Daniela Fischer gehört. “Es ist ein idealer Platz für das Federvieh. Sie können sich hier frei und ausgiebig bewegen”, preist der Vater den Standort. David hat seinen Hühnern hinter dem Haus sogar einen Stall gebaut. Täglich sieht er mehrmals zu den Tieren.

“Dieser Platz ist ideal für die Tiere. Sie können sich hier frei und ausgiebig bewegen. “

Manfred Fischer, Vater von David

Mit Maikitas Heranwachsen wuchs freilich dessen Stimmgewalt. Was einem Nachbarehepaar gar nicht zuträglich war. “Zuerst wurde geredet. Sogar die Polizei kam vorbei, hatte nichts zu beanstanden. Dann kam das Schreiben der Anwältin unserer Nachbarn. Darin wird die gegnerische Partei aufgefordert, den Hahn wegzuschaffen. Ansonsten werde die Angelegenheit vor Gericht landen. Eine Rechnung über 360 Euro schickte die Anwältin gleich noch mit. “

In der Nacht im alten Haus

David hatte zwischenzeitlich versucht, durch das Einsperren des Hahns ins alte Haus während der Nacht, die Wogen zu glätten. Für die Nachbarn war das zu wenig.

Hans Hämmerle (65) besagter Nachbar, begründet seinen Widerstand wie folgt: “Ich bin jetzt Pensionist. Ich würde gerne bei schönem Wetter in meinem Garten sitzen, lesen oder mich einfach nur ausruhen. Das geht mit diesem Tier jedoch nicht. Der Hahn ist zwar in der Nacht im Haus. Aber am Tag, der um sieben Uhr in der Früh beginnt, kräht er ununterbrochen. Das hält man einfach nicht aus.” Hämmerle hatte vorgeschlagen, dass die Fischers den Hahn zu sich nach Hause nehmen.

Der Hahn kräht am Tag ununterbrochen. Der Tag beginnt um sieben Uhr früh. Das hält man einfach nicht aus.”

Hans Hämmerle, beschwerender Nachbar

Ländlich oder nicht ländlich?

Diese denken freilich nicht daran, Makita und sein Gefolge von dem schönen Bündt zu verbannen. Dieses Gebiet hier ist durchaus noch ländlich. Ich kenne zwei andere Hähne nicht weit von hier. Es grasen auf anderen Grünflächen ja auch Schafe und Kühe. Tiere hier sind also durchaus ortsüblich”, verteidigt sich Manfred Fischer.

So richtig böse aufeinander sind die Nachbarn eigentlich nicht. Beide Parteien betonen wiederholt, keinen Streit zu wollen und nur in der Sache ein Problem miteinander zu haben. Genau dieses Problem scheint derzeit jedoch unlösbar.

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