“Projekt neuer Dimension”: Ein Tunnel für den Radverkehr

Jahresrückblick 2021 / 12.10.2021 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
"Projekt neuer Dimension": Ein Tunnel für den Radverkehr
So könnte der Radtunnel mit der neuen Radschnellverbindung aussehen. Rendering/Land Vorarlberg

Durch den Sattelberg in Klaus soll bis 2027 ein 180 Meter langer Radtunnel entstehen.

Klaus In Vorarlberg wird fleißig in die Pedale getreten. Die Hälfte der Bevölkerung ist täglich oder mehrmals die Woche mit dem Fahrrad mobil, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Um diesen Trend weiter zu forcieren und die Fahrradinfrastruktur auszubauen, wollen Bund und Land die kommenden Jahre tief in die Tasche greifen: 62 Millionen Euro sollen zwischen 2022 und 2027 in drei Radschnellverbindungen und in den Ausbau des Radwegnetzes fließen.

Eines der aufwendigsten und komplexesten der drei Großprojekte, das realisiert werden soll, ist die geplante Radschnellverbindung Am Kumma/Vorderland. Fünf Kilometer soll die Trasse von Götzis über das Betriebsgebiet in Koblach zur Bahnhaltestelle Klaus und weiter zum Radweg in Richtung Rankweil führen. „Kleinere Herausforderungen auf dieser Strecke bestehen in der Unterquerung der Bahngleise mit unterirdischem Kreisel und einer neuen Straßenbrücke“, informiert Anna Schwerzler-Nigg, Radverkehrskoordinatorin des Landes.

"Projekt neuer Dimension": Ein Tunnel für den Radverkehr
Radverkehrskoordinatorin Anna Schwerzler-Nigg.

Das Besondere an diesem Projekt ist allerdings der Radtunnel, der durch den Sattelberg an der östlichen Seite des Bahntunnels gegraben werden soll. „Es laufen derzeit gerade die finalen Vertragsverhandlungen. Das Bekenntnis des Landes und der sechs betreffenden Gemeinden gibt es“, erklärt Schwerzler-Nigg.

180 Meter lang soll der vom Büro Rosinak & Partner geplanten Tunnel werden. Eine Variantenstudie habe gezeigt, dass ein eigener Tunnel für den Radverkehr die sicherste und kosteneffizienteste Möglichkeit darstellt, das Nadelöhr zwischen Sattelberg, Autobahn und Gleistrasse zu überwinden. Es ist übrigens nicht der erste Fahrradtunnel in Vorarlberg, dafür aber der erste eigens für den Radverkehr geplante Tunnel: Durch den Riedner Tunnel zwischen den Bregenzer Stadtteilen Weidach und Rieden fuhr einst das Wälderbähnle, seit den 1990er-Jahren wird er als Geh- und Radweg genutzt. Heute passieren ihn täglich 2000 Radlerinnen und Radler.

30-Millionen-Euro-Projekt

Durch diese neue Radschnellverbindung könnten 60.000 Anrainerinnen und Anrainer ihre Arbeitsplätze innerhalb von 15 bis 20 Minuten mit dem Fahrrad erreichen.  „Es ist ein Radprojekt in neuer Dimension“, betont Schwerzler-Nigg. Die Kostenschätzung beträgt 30 Millionen Euro brutto, bis zu zwölf Millionen Euro übernimmt der Bund. Baustart soll frühestens 2024 sein.

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