Multitasking schadet uns

07.04.2017 • 06:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So soll es auf gar keinen Fall sein. Denn wer alles gleichzeitig erledigen will oder muss, schadet seinem Gehirn.

So soll es auf gar keinen Fall sein. Denn wer alles gleichzeitig erledigen will oder muss, schadet seinem Gehirn.

Mehrere Studien zeigen die negativen Folgen auf, wenn alles gleichzeitig gemacht wird.

GESUNDHEIT. (cro) Schnell einen Auftrag schreiben, daneben noch auf den E-Mail-Eingang schauen, ein Browser-App öffnen und rasch einen Blick aufs Smartphone werfen, ob eine neue Nachricht gekommen ist – und das alles natürlich gleichzeitig. In der heutigen modernen Arbeitswelt scheint dies alles kein Problem mehr zu sein. Schließlich wollen wir in „Echtzeit“ wissen, was sich wo gerade abspielt. Und nicht selten wird auch im Beruf verlangt, dass wir mehrere Sachen gleichzeitig erledigen. Nur einen Haken hat die Sache: Unser menschliches Gehirn ist für solche Dinge schlichtweg nicht konzipiert. Obwohl das Multitasking gerade bei Frauen als gute und vor allem nützliche Eigenschaft gesehen wird, warnen Studien davor, die Folgen zu unterschätzen. Zum einen erhöhen sich dadurch die Stresswerte und zum anderen sinkt die Leistungsfähigkeit um mindestens 40 Prozent, wie Forscher der Universitäten in einen Versuch feststellten.

Multitasking belastet uns, das steht fest, weil es die Freisetzung des Stresshormons Cortisol fördert. Laut Forbes Magazine ist es genauso schlimm für den IQ wie Marihuana. Dennoch ist es uns kaum mehr möglich, den Verlockungen und Möglichkeiten, die uns die digitale Welt bietet, zu widerstehen. Und ehrlich gesagt, findet heute kaum noch jemand die Zeit, eines nach dem anderen zu erledigen. Dennoch kennen Experten drei Tipps, die helfen, sich auf eine Sache zu fokussieren.

Tipps, die helfen

» Schon am Abend für den nächsten Tag vorauszuplanen. Zehn Minuten reichen dabei, um sich die wichtigsten Dinge, die anstehen, zu notieren. Am besten dabei aber nicht wieder das Smartphone oder den Computer verwenden, um die Agenden einzutippen, sondern dafür lieber in einen Notizblock oder Kalender schreiben. Handschriftliche Notizen haben den Vorteil, dass man beim Schreiben gleich über die anstehenden Dinge nachdenkt und auch darüber, warum man sich dieses oder jenes vornimmt. Damit erfolgt schon einmal eine erste Auslese.

» Der Italiener Francesco
Cirillo erfand in den 80er-Jahren eine Zeit-Management-Technik, die er Pomorillo nannte. Hierbei soll man seinen Arbeitstag in 25-Minuten-Perioden einteilen. In dieser Zeit arbeite man konzentriert an nur einer Sache. Dann hat man fünf Minuten Pause. Dieses Arbeiten in Zeiteinheiten trägt tatsächlich zu einer Produktivitätssteigerung bei, da man in der Regel bemüht ist, in der festgelegten Zeit die vorgenommene Arbeit zu erledigen. Nach vier solcher Einheiten, erfolgt jedoch eine Langpause von mindestens 30 Minuten.

» Das ständige Checken von E-Mails oder Facebook-Nachrichten lenkt uns permanent ab. Einige Experten empfehlen daher, sich selbst eine Zeit zu setzen, in der man seine
E-Mails checkt. Den Computer auf lautlos schalten, damit es nicht ständig bimmelt, wenn eine neue Nachricht kommt.