Hochspannung, auch im Studium

14.04.2017 • 11:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Michael Franzelin war der erste Elektrotechnik-Dualstudent bei illwerke vkw.  Foto: vkw/Gunz
Michael Franzelin war der erste Elektrotechnik-Dualstudent bei illwerke vkw. Foto: vkw/Gunz

Michael Franzelin ist der erste Dualstudent bei Illwerke VKW. Er steht kurz vor dem Abschluss.

Bregenz. (VN-gms) Seit 2014 gibt es an der Fachhochschule Vorarlberg das Bachelorstudium Elektrotechnik Dual. Es vereinigt die Vorzüge eines Studiums mit der praxisorientierten Ausbildung in einem Unternehmen. Das Energieunternehmen Illwerke VKW unterstützt diese Ausbildung: Jedes Jahr kann ein Mitarbeiter parallel zur Arbeit beim Energieunternehmen ein Studium beginnen. Michael Franzelin war der erste „Dual-Student“ im Unternehmen und berichtet über seine Erfahrungen.

Derzeit läuft übrigens die Ausschreibung für das Studium: Dabei kann man sich erst bei der FH Vorarlberg und dann bei Illwerke VKW bewerben.

Was ist Ihre Aufgabe innerhalb von Illwerke VKW?

Michael Franzelin: Meine Tätigkeit im Unternehmen ist in vier Praxisphasen unterteilt. In den ersten zwei Praxisphasen ist es vorgesehen, dass man Praxisvertiefungen des theoretischen Inhalts des Studiums macht. Dabei wird auch eine kleine Projektarbeit ausgearbeitet. Eine Betriebspraxisphase oder auch der Theorieteil an der Hochschule dauert jeweils 3 Monate am Stück. In der Betriebspraxis 3 und 4 werden die Bachelorarbeiten 1 und 2 verfasst. Ich bin derzeit in der vierten Betriebspraxisphase, im sechsten Studiensemester und schreibe die zweite Bachelorarbeit. Ich stehe also kurz vor dem Studienabschluss.

Wie funktioniert das duale System Studium und Praxis im Detail? Wie verlief beispielsweise Ihr letztes Jahr?

Franzelin: Im Drei-Monats-Zyklus wechselt man zwischen Praxis und Theorie. Derzeit, im letzten Studienjahr, ist man erst im Herbst für die Theorie an der Fachhochschule, dann im Betrieb, wo ich die erste Bachelorarbeit geschrieben habe. Seit April bin ich jetzt wieder an der FH und im Sommer arbeite ich dann wieder bei Illwerke VKW an der Bachelorarbeit 2.

Was für Themen behandeln Sie in den Bachelorarbeiten?

Franzelin: Bei meiner ersten Arbeit habe ich mich mit dem Thema „Spannungs-Blindleistungsoptimierung im Hochspannungsnetz der Vorarlberger Energienetze GmbH“ auseinandergesetzt. Die zweite Arbeit werde ich zum Thema „Betriebsverhalten und Fehlersimulation von Phasenschiebertransformatoren bei außenliegenden Netzfehlern“ schreiben. Dabei behandelt der Kern der Arbeit einen speziellen Typ, der im Höchstspannungsnetz in Vorarlberg im Einsatz ist.

Wie stark ist die Doppelbelas­tung?

Franzelin: Das hängt von den privaten Umständen ab. Bei mir war die Belastung mit Hauskauf und Geburt meines Kindes doch noch etwas höher. Aber ich glaube, dass das Dual-Studium eine gute Möglichkeit ist, ein Studium neben Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen.

Sie waren bereits vor dem Studium Mitarbeiter der Illwerke VKW?

Franzelin: Ja. Ich habe hier meine Lehre als Anlagenelektriker absolviert. Dann war ich, im Anschluss an den Präsenzdienst, im Unternehmen tätig, wo ich im Büro als Systemtechniker in der Hauptschaltleitung gearbeitet habe. Parallel habe ich dann die Abendmatura gemacht. Dann hat sich kurzfristig die Gelegenheit ergeben, in das neue Dualstudium einzusteigen, das 2014 eingeführt wurde.

Sind Sie der einzige Dual-­Student bei vkw illwerke?

Franzelin: Bei Illwerke VKW gibt es jeden Jahr einen Dualstudenten. Heuer, im September, gerade dann, wenn ich abschließe, wird wieder ein neuer Elektrotechnik-Dual-Student starten. In den geraden Jahren wird jemand für eine netzspezifische, in den ungeraden Jahren jemand für einen kraftwerkspezifischen Ausbildungsschwerpunkt ausgesucht.

Wird das intern vergeben?

Franzelin: Die Stellen werden öffentlich ausgeschrieben. Illwerke VKW ist Elektro-Technik-Dual-Partner der Fachhochschule. Jeder kann sich dafür bewerben.

Sie stehen kurz vor dem Ende der Ausbildung. Gibt es Wünsche für die berufliche Zukunft?

Franzelin: Es gibt keine konkreten Wünsche. Es ist aber ausgemacht, dass ich in der Abteilung, in der ich derzeit tätig bin, bleibe. Ich möchte auf jeden Fall in der Hochspannungstechnik bleiben.

Zur Person

Michael Franzelin

Der Anlagentechniker ist der erste Elektrotechnik-Dual-Student bei Illwerke VKW.

Geboren: 2. Mai 1989

Ausbildung: Lehre bei VKW, Abendmatura, seit 2014 Studium Elektrotechnik Dual

Familie: verheiratet, ein Kind

„Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der Vorarlberger Nachrichten mit Unterstützung von Illwerke VKW.