Schlechtes Wetter steigert die Produktivität

Karriere / 13.04.2018 • 09:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ist es draußen hell und schön, sinkt laut einer Studie die Arbeits­motivation.
Ist es draußen hell und schön, sinkt laut einer Studie die Arbeits­motivation.

Warum wir bei schlechtem Wetter produktiver sind.

STUDIE Temperaturen über 20 Grad Celsius und Abende, an denen es wieder bis um 20 Uhr hell ist. Kein Wunder, dass da die Lust nach Überstunden im Betrieb nicht allzu groß ist. Tatsächlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die Arbeitsleistung sinkt, wenn es draußen wieder wärmer wird. Das Forschertrio Jooa Julia Lee, Francesca Gino und ihr Kollege Bradley Staats aus North Carolina belegen in ihrer vor drei Jahren erschienenen Studie, dass schlechtes Wetter die Produktivität erhöht.

Mehr Regen, mehr Produktivität

Die Forscher beobachteten über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren die Effizienz von Bankangestellten einer japanischen Bank. Die Banker arbeiteten in einem Gebäude mit Glasfronten, wo sie das Wettergeschehen stets verfolgen konnten. Sie sahen also stets die aktuelle Wetterlage, ob die Sonne schien oder ein Gewitter aufzog. Das Ergebnis ist verblüffend: Eine Erhöhung der Niederschlagsmenge um etwa 2,5 Zentimeter ging mit einem Produktivitätsschub von 1,3 Prozent einher. Für Arbeitgeber bedeutet dies sozusagen: Regen bringt Segen. Die Studienautoren setzten auf die Beobachtung noch einen zweiten Schritt und ließen unter Laborbedingungen untersuchen, warum sich Regen, Nebel und Kälte vor der Tür so positiv auf die Schaffenskraft am Schreibtisch auswirken. Um dies zu ermitteln, wurden zwei Versuchsgruppen gebildet. Eine kam bei ausgesprochen schlechtem, die andere bei typisch gutem Wetter ins Labor. Jeweils der Hälfte der Teilnehmer am Experiment wurden Bilder mit Freizeitbeschäftigung bei Sonnenschein gezeigt. Danach sollten sie ihre bevorzugte Aktivität auswählen und beschreiben, wie sie solch einen Tag verleben würden. Die andere Hälfte der Versuchsteilnehmer sollte schlicht einen normalen Tag beschreiben, ohne durch Sonnenbilder animiert zu sein. Jene Teilnehmer, die gerade von der gedanklichen Exkursion in das sonnige Freizeitparadies zurückgekehrt waren, zeigten die geringste Produktivität. Fehlerdichte und Zeitbedarf übertrafen alle anderen Teilnehmergruppen. Am effektivsten hatte sich die Gruppe mit den widrigsten Witterungsbedingungen erwiesen: Sie kamen an einem regnerischen Tag ins Labor und wurden auch nicht durch Sonnen-Bilder auf Freizeitgedanken gebracht. cro