„Alles andere als Alltag in der Tourismusbranche“

Karriere / 11.10.2019 • 10:18 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Renate Liebl: „Wir sind Vollbluthoteliers mit jeder Faser unseres Herzen. Das heißt ganz oder gar nicht für uns und das ,Küren‘-Team.“Alpenhotel Küren
Renate Liebl: „Wir sind Vollbluthoteliers mit jeder Faser unseres Herzen. Das heißt ganz oder gar nicht für uns und das ,Küren‘-Team.“Alpenhotel Küren

Hotel und Gastronomie bieten tolle Jobs und es wird nie langweilig.

Was wünschen Sie sich von Bewerbern?

Liebl Lust auf den Job, das Team und das „Küren“.

Was bedeutet das für junge Mitarbeiter – was erwartet sie?

Liebl Es will und will einfach nicht langweilig werden in der Hotellerie und Gastronomie! Das ist wie Salz in der Suppe: Ohne Action ist es einfach fad. Man bekommt während der Lehrzeit das Feuer für den Job vermittelt und hat durch gute Vorbilder Freude an der Branche. Wir ermutigen zum Schnuppern. Ausprobieren ist das erste Körnchen Salz der beruflichen Zukunft.

Wie entfachen Sie bei der Jugend dieses Feuer?

Liebl Wir leben als Vollbluthoteliers vor, dass das Gastgewerbe die perfekte Berufswahl für Gastgebertalente ist. Das gelingt bisher am besten mit langsamer Steigerung des Durchhaltevermögens. Erfolg wird in Schritten sichtbar, und plötzlich macht es Spaß, Erlerntes anzuwenden und eigenständig zu arbeiten. Es macht Spaß, einen Berg zu erklimmen, den man sich nie zugetraut hätte. Es macht Freude, ein Teil des Teams zu sein, souverän Wünsche zu erfüllen, Fragen zu beantworten und sich selbstsicher am Tisch des Gastes genau auf die Finger sehen zu lassen.

Ein Beruf mit Zukunft?

Liebl Aber sicher! Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor. Jede Destination hat ihre Fans, aber überall braucht es Essen, Trinken, Bett. Stellen Sie sich vor, Sie planen eine Feier, und in dem Hotel oder Restaurant klappt einfach nichts. Ein Albtraum für Sie als Gastgeber! Egal wo in der Welt – der Besuch eines Ortes wird fast immer danach bewertet, wie die gastronomische Leistung in Erinnerung geblieben ist.

Sie bewirtschaften das Alpenhotel Küren seit 1991, derzeit mit zwölf Mitarbeitern und mit Schließungszeiten im Frühjahr und im Herbst. Hat sich Ihrer Meinung nach die Situation in den letzten Jahren verändert?

Liebl Ja, eindeutig. Gute Mitarbeiter zu finden ist nicht einfach. Das Suchen ist oft erst nach Langem von Erfolg gekrönt. Wir sind ein sehr persönlich geführter 3-Sterne-Betrieb in einem ruhigen Seitental des Kleinwalsertals. Das macht das Finden noch schwieriger.

Was tun Sie dafür, um Talente für sich zu gewinnen?

Liebl Wir sind in erster Linie bemüht, unsere tollen Mitarbeiter zu halten, versuchen bei ihren Sorgen, Wünschen und Nöten hinzuhören. Auf der anderen Seite sind wir recht kompromisslos, wenn jemand keine Lust auf Arbeit, Team etc. hat. Wir möchten bei Schnupperern oder in der Schule beim Lehrlingstag aufzeigen, dass die Branche supertolle Jobs bietet, und nicht alle ausbeuterische Dinosaurier aus vergangenen Tagen sind.

Wo liegen die Prioritäten der Arbeitnehmer?

Liebl Das kommt darauf an, wen wir fragen. Die Saisonkraft, die sich von ihrem Zuhause im anderen Land aufmacht, um Arbeit zu finden und Geld zu verdienen, legt die Priorität auf diese Dinge. Sie geht nach der Saison wieder nach Hause und kommt im günstigsten Fall zur nächsten wieder. Diese Kraft möchte oft eine Sechstagewoche. Der Verdienst in Österreich liegt deutlich höher als im Heimatland oder es gibt dort keine Arbeit. Wir haben Saisonkräfte, die uns seit Jahren die Treue halten. Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Sie fühlen sich wohl und schätzen, dass respektvoll, ehrlich und fair mit ihnen umgegangen wird. mec

ZUR PERSON

Renate Liebl

Funktion Chefin, Ausbilderin

Jahrgang 1963

Ausbildung Lehre HGA, Hotelmeisterin, Restaurantmeisterin, Diplom-Sommelière

Laufbahn Ausbildung, Saisonjobs mit Ausland, selbstständig seit 1986

Familie verheiratet

Homepage Firma www.kueren.at