Alles andere als Alltag in der Tourismusbranche

Karriere / 12.10.2019 • 13:59 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Renate Liebl: „Wir sind Vollbluthoteliers mit jeder Faser unseres Herzens. Das heißt ganz oder gar nicht für uns und das Kürenteam.“ ALPENHOTEL KÜREN

Hotel und Gastronomie bieten supertolle Jobs, bei denen es niemals langweilig wird.

Christine Mennel

Was wünschen Sie sich von Bewerbern?

Lust auf den Job, das Team und das Küren.

Was bedeutet das für junge Mitarbeiter, was erwartet sie?

Es will und will einfach nicht langweilig werden in der Hotellerie und Gastronomie! Das ist wie Salz in der Suppe: ohne Action ist es einfach fad. Der Nachwuchs bekommt während der Lehrzeit das „Feuer“ für den Job übergeben und hat durch gute Vorbilder Freude an der Branche. Wir ermutigen zum Schnuppern. Ausprobieren ist das erste Körnchen Salz der beruflichen Zukunft.

Wie entfachen Sie bei der Jugend dieses Feuer?

Wir leben als Vollbluthoteliers vor, dass das Gastgewerbe die perfekte Berufswahl für Gastgebertalente ist. Das gelingt bisher am besten mit langsamer Steigerung des Durchhaltevermögens. Erfolg wird in Schritten sichtbar und plötzlich macht es Spaß Erlerntes anzuwenden und eigenständig zu arbeiten. Es macht Spaß, einen „Berg zu erklimmen“, den man sich nie zugetraut hätte. Es macht Spaß, ein Teil des Teams zu sein. Es macht Spaß, souverän Wünsche zu erfüllen, Fragen zu beantworten und sich selbstsicher am Tisch des Gastes genau auf die Finger sehen zu lassen.

…ein Beruf mit Zukunft?

Aber sicher! Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor. Jede Destination hat ihre Fans… aber überall braucht es Essen, Trinken, Bett. Stellen Sie sich vor Sie planen eine Feier und in dem Hotel oder Restaurant klappt einfach nichts. Ein Alptraum für Sie als Gastgeber! Egal wo in der Welt – der Besuch eines Ortes wird fast immer danach bewertet, wie die gastronomische Leistung in Erinnerung geblieben ist.

Sie bewirtschaften das Alpenhotel Küren seit 1991, derzeit mit zwölf Mitarbeitern und mit Schließungszeiten im Frühjahr und im Herbst. Hat sich Ihrer Meinung nach die Situation in den letzten Jahren verändert?  

Ja, eindeutig. Gute Mitarbeiter zu finden, ist nicht einfach. Das Suchen ist oft erst nach Langem von Erfolg gekrönt. Wir sind ein sehr persönlich geführter 3-Sterne-Betrieb in einem ruhigen Seitental des Kleinwalsertals. Das macht das Finden noch schwieriger.

Was tun Sie dafür, um Talente für sich zu gewinnen?

Wir sind in erster Linie bemüht, unsere tollen Mitarbeiter zu halten, versuchen bei ihren Sorgen, Wünschen und Nöten hinzuhören. Auf der anderen Seite sind wir recht kompromisslos, wenn jemand keine Lust auf Arbeit, Team etc. hat. Wir möchten bei Schnupperern oder in der Schule beim Lehrlingstag aufzeigen, dass die Branche supertolle Jobs bietet und nicht alle ausbeuterische „Dinosaurier“ aus vergangenen Tagen sind.

Wo liegen die Prioritäten der Arbeitnehmer?

Das kommt darauf an, wen wir fragen. Die Saisonkraft, die sich von ihrem Zuhause im anderen Land aufmacht, um Arbeit zu finden und Geld zu verdienen, legt die Priorität auf diese Dinge. Sie geht nach der Saison wieder nach Hause und kommt im günstigsten Fall zur nächsten wieder. Diese Kraft möchte oft eine 6 Tage-Woche. Der Verdienst in Österreich liegt deutlich höher als im Heimatland oder es gibt dort keine Arbeit. Wir haben Saisonkräfte, die uns seit Jahren die Treue halten. Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Sie fühlen sich wohl und schätzen, dass respektvoll, ehrlich und fair mit ihnen umgegangen wird.

Renate Liebl

Funktion: Chefin/Ausbilderin

Jahrgang: 1963

Ausbildung: Lehre HGA/ Hotelmeisterin/ Restaurantmeisterin/ Diplom Sommelière

Laufbahn: Ausbildung, Saisonjobs im Ausland, selbstständig seit 1986

Familie: verheiratet

info@kueren.at, www.kueren.at