Die Raucherkammer darf bleiben

Karriere / 15.11.2019 • 13:27 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Laut Umfrage ist der größte Teil der Arbeitnehmer dafür, dass im Freien geraucht wird.
Laut Umfrage ist der größte Teil der Arbeitnehmer dafür, dass im Freien geraucht wird.

Unter welchen Umständen darf in Betrieben geraucht werden?

rauchen Kaum etwas spaltet die Gesellschaft mehr als der Glimmstängel. Dabei war es vor wenigen Jahren noch üblich, dass überall gequalmt wurde. Auch in Büros oder Fabrikhallen. Auch wenn das heute ohnehin nicht mehr vorstellbar ist, gibt es immer noch Betriebe, die eigene Raucherräume für Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Doch wie sieht dies mit der Gesetzesänderung per 1. November aus? Gilt das generelle Rauchverbot nur für die Gastronomie oder darf es auch in Unternehmen keine Raucherkammer mehr geben? Die bisherige Regelung besagte, dass innerhalb eines Gebäudes in einem (nicht öffentlich zugänglichen) Raum geraucht werden durfte, wenn der Qualm nicht in andere Bereiche dringen kann. Daran ändert sich – die Raucher werden die Botschaft mit Freude hören – auch weiterhin nichts. Raucherräume dürfen also weiterhin bestehen. Sie dürfen jedoch nicht als Arbeitsräume geführt werden.

Raucherlaubnis unwirksam

Das Erteilen einer Raucherlaubnis durch den Arbeitgeber an einzelne Mitarbeiter ist hingegen unwirksam. Auch wenn Raucher in Einzelbüros beschäftigt sind oder ausschließlich Raucher in einem Büro arbeiten, ist selbst bei Zustimmung aller Beteiligten der Tabakkonsum absolut verboten. Das Rauchverbot gilt in sämtlichen Arbeitsstätten in Gebäuden. Darunter fallen auch Wohnwagen, Container und sonstige ähnliche Einrichtungen wie Tragluftbauten. Nicht vom Rauchverbot des Arbeitnehmerschutzgesetzes erfasst sind aber beispielsweise Freiflächen zwischen Gebäudeeinheiten, Arbeitsstätten im Freien oder auf Baustellen. Die Rauchpause gilt jedoch nicht als Arbeitszeit und muss daher eingearbeitet werden. Sie bleibt jedenfalls unbezahlt.

Rauch verpönt

Freude haben die Kollegen mit qualmenden Mitarbeitern ohnehin nicht. In einem österreichweit durchgeführten Onlinevoting befand die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer und der Unternehmensvertreter, dass Rauch in geschlossenen Räumen am Arbeitsplatz gar nicht geht. Der größte Teil davon (45 Prozent) ist für ein Verbot in Firmengebäuden, würde es im Freien aber erlauben. Jeder Vierte (25 Prozent) würde noch weiter gehen und spricht sich für ein totales Rauchverbot am gesamten Firmengelände aus. Jeder Vierte kann sich mit einem Raucherzimmer anfreunden, weil diese ohnehin von Rauchern besucht würden. Lediglich fünf Prozent – und somit jeder zwanzigste Arbeitnehmer – finden, dass man überall rauchen können sollte. Nachsatz: Wenn es die Kollegen nicht stört.

Noch eindeutiger ist die Meinung der Unternehmensvertreter zu diesem Thema. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) akzeptiert Rauch ausschließlich an der frischen Luft. Für ein Verbot auf dem gesamten Unternehmensgelände treten 27 Prozent ein. Nur 14 Prozent, und damit deutlich weniger als auf Seiten der Arbeitnehmer, halten Raucherkammern für eine gute Lösung.