Unternehmer im Unternehmen sein

Karriere / 22.11.2019 • 11:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Manfred Ebner: „Die Nase hat derjenige vorne, der den Kopf aus der Masse heben kann. Unter anderem dadurch, dass er innovativ ist.“vn/paulitsch
Manfred Ebner: „Die Nase hat derjenige vorne, der den Kopf aus der Masse heben kann. Unter anderem dadurch, dass er innovativ ist.“vn/paulitsch

Heron macht jungen Techniktalenten unternehmerisches Denken schmackhaft.

Heron ist seit 25 Jahren ein Ausbildungsbetrieb, aktuell mit 40 Lehrlingen. Was können sie in Ihrem Unternehmen lernen?

Ebner Wir sind momentan drei Lehrlingsausbilder, einer ist für die Zerspanungs- und Maschinenbautechniker, der zweite für die Elektrotechniker und ich für die Konstrukteure zuständig. Wir Ausbilder arbeiten im Team, nicht nur die Konstrukteure, sondern alle Lehrlinge bekommen eine Grundausbildung im Handzeichnen. Wir wollen die Lehrlinge zu Unternehmern ausbilden.

Was müssen die Unternehmen tun, um attraktiv zu bleiben oder um noch besser zu werden?

Ebner Die Nase hat derjenige vorne, der den Kopf aus der Masse heben kann. Unter anderem dadurch, dass er innovativ ist. Eine gewisse Marktpräsenz, etwa an Schulen, ebenso Werbung und spezielle Projekte sind ebenfalls von Vorteil.

Wie reflektieren Sie, ob Ihre Ausbildung up to date ist, bzw. den Anforderungen der Zukunft standhält?

Ebner Dabei hilft sicher, keinen Tunnelblick zu haben, sich mit anderen Lehrbetrieben auszutauschen und den Markt im Blick zu behalten.

Sie sind seit zehn Jahren Lehrlingsausbilder. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ebner Ich arbeite sehr gerne mit Jugendlichen zusammen, da ich im Sport sehr viel mit jungen Menschen zu tun hatte (Trainertätigkeit). Ich bringe die nötige Erfahrung um Vertrauen aufzubauen mit. Auch das Interesse im privaten Bereich empfinde ich als wichtig.

Was muss man als Ausbilder für Stärken aufweisen?

Ebner Er braucht eine gute Fachkompetenz, gutes Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft. In Konfliktsituationen sollte der Ausbilder Ruhe ausstrahlen.

Wie bewältigen Sie die Suche nach den Besten?

Ebner Verschiedene Veranstaltungen helfen uns dabei, wie etwa „Kinder in die Technik“, „Chancentage“, „Lange Nacht der Lehre“. Nebenbei bemerkt sind wir in der glücklichen Situation, dass die Besten gerne zu uns kommen möchten.

Was muss man den Jugendlichen bieten?

Ebner Bei uns finden Berufseinsteiger einen modernen Betrieb vor. Sie können sich darauf verlassen, dass sie eine sehr gute Ausbildung erhalten und wir ihnen nach der Lehre vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten bieten.

Motivation funktioniert am besten auf emotionaler Ebene. Wie agieren Sie?

Ebner Wichtig ist meiner Meinung nach, die individuellen Fähigkeiten des Einzelnen zu erkennen, diese zu fördern und zu stärken. Auch das Loben ist wichtig, genauso wie Vertrauen aufzubauen, mit Feedbackgesprächen und Jahresgesprächen. Anreize sind bei entsprechenden Leistungen Projektverantwortung zu übernehmen oder sich auf Messen weiterbilden zu können.

Auf was legen Sie als Lehrlingsausbilder besonderen Wert?

Ebner Unsere Lehrlinge sind uns enorm wichtig. Was wir erwarten ist u.a ein gewisses Grundwissen – diese Bewertung erfolgt an den Schnuppertagen – und eine Begeisterung für den Lehrberuf. Auch die Chemie zwischen dem Ausbilder und Lehrling sollte stimmen, er sollte sich ins Team integrieren können.

Sie sind ein ausgezeichneter Lehrbetrieb, weil . . .?

Ebner . . . wir sehr innovativ sind und entsprechend den Fähigkeiten ausbilden. Sie sind in einen Rotationsplan eingebunden, daher stehen den Lehrlingen nach der Lehre alle Möglichkeiten offen. mec

Zur Person

Manfred Ebner

Ausbildung Konstrukteur, OM Manager

Laufbahn 24 Jahre Schweiz (Tech. Leiter und QM Leiter) diverse Firmen in Österreich als Konstrukteur

Alter 64 Jahre

Familie verheiratet, ein Sohn

Hobbys Sport

Homepage www.heron.at