Maria Ebene: Wertschätzender Umgang als Leitbild

Karriere / 30.11.2019 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bernd Scherzer, Pflegedirektor der Stiftung Maria Ebene: „Unsere oberste Maxime muss ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitenden sein.“ FOTOS: MARIA EBENE

Pflegearbeit in der Stiftung Maria Ebene: Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams.

Christine Mennel

Sie sind neuer Pflegedirektor der Stiftung Maria Ebene. Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?

Ich arbeite seit fast 20 Jahren in der Stiftung Maria Ebene. Pflegedirektor bin ich nun seit 1. Juli 2019. Als solcher kümmere ich mich um den wirtschaftlichen Einsatz von Personal und Betriebsmitteln. Darüber hinaus ist es meine Hauptaufgabe Arbeitsbedingungen zu schaffen, die es dem Pflegepersonal ermöglichen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und ihre Interessen und Stärken im Team optimal einzubringen – immer zum Wohl der Patientinnen und Patienten.

Unterscheidet sich die Pflegearbeit in der Stiftung Maria Ebene von anderen Einrichtungen?

Die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen gestaltet sich sehr variantenreich. Dabei gilt es, auch somatische und psychosoziale Einflüsse auf die Erkrankung zu berücksichtigen. Der Bereich der Suchterkrankungen ist sehr dynamisch, das Behandlungssetting daher laufend zu adaptieren. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Einflüsse spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Behandlung.

Was tun Sie, um neue Mitarbeiter zu finden?

Die Stiftung Maria Ebene ist in Vorarlberg seit langem bestens etabliert und genießt einen sehr guten Ruf. Die damit verbundene Mundpropaganda kommt uns – neben Stellenanzeigen oder unserer Website – bei der Mitarbeitersuche zugute. Ein weiterer Weg führt über erfolgreich absolvierte Praktika in unseren Einrichtungen.

Welche Prioritäten kommunizieren Bewerber in Interviews?

Eltern mit schulpflichtigen Kindern schätzen beispielsweise eine angepasste Urlaubsplanung und flexible Arbeitszeiten. Eine ausgewogene „Work-Life-Balance“, interessante Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, ein gutes Arbeitsklima oder aber die aktive Beteiligung an Prozessen zur Entscheidungsfindung sind für Bewerber wichtige Kriterien.

Der Bereich der Suchterkrankungen ist sehr dynamisch, das Behandlungssetting daher laufend zu adaptieren.

Ist die Erfahrung langjähriger Mitarbeiter tatsächlich unbezahlbar?

Bestimmte Fähigkeiten langjähriger Mitarbeiter wie betriebsspezifisches Wissen, Sozialkompetenz oder Sicherheit und Widerstandsfähigkeit in krisenhaften Situationen können nicht einfach eingekauft werden. Unsere oberste Maxime muss ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitenden sein.

Welche Fort- und Weiterbildungen bieten Sie Ihren Mitarbeitern?

Jeder Mitarbeiter verfügt über ein Fortbildungsbudget. Es gibt interne Fortbildungen sowie externe Vorträge und Symposien. Darüber hinaus wird ein Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten gewährt und neben den bezahlten Teamsupervisionen im Bedarfsfall auch Einzelsupervision angeboten. Für Führungspersonal bieten wir auch an, professionelles Coaching in Anspruch zu nehmen.

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung in der Pflege?

Die zukunftsfähige Gestaltung des Gesundheits- und Sozialwesens ist eine komplexe Aufgabe. In den Gremien, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden, ist die Pflege bislang kaum vertreten. Eine stärkere Einbindung in die Entscheidungsprozesse wäre daher dringend notwendig.

Bernd Scherzer

Funktion: Pflegedirektor

Jahrgang: 1965

Ausbildung: 1992 DPGKP Krankenpflegeschule Rankweil, 2017 Studium „Health Care Management“ DUK

Familie: verheiratet, drei erwachsene Kinder

www.mariaebene.at