Chef, ich brauche mehr Geld

Karriere / 20.12.2019 • 08:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für ein Gehaltsgespräch braucht es nicht nur etwas Fingerspitzengefühl, sondern auch Verhandlungsgeschick.
Für ein Gehaltsgespräch braucht es nicht nur etwas Fingerspitzengefühl, sondern auch Verhandlungsgeschick.

Über Geld spricht man am Arbeitsplatz besser doch.

Gehalt „Gehaltsverhandlung ja oder nein?“, fragte das Karriereportal karriere.at in einer aktuellen Online-Umfrage seine User. „Ist Bestandteil des Mitarbeitergesprächs“, erklärten 38 Prozent der 648 Beteiligten. „Im Anlassfall sprech‘ ich meinen Chef darauf an“, antworteten 27 Prozent. Fast gleich viele – 26 Prozent – führten wiederum an, dass eine Erhöhung in ihrem Fall nicht drinnen ist. Immerhin neun Prozent fordern nach eigener Aussage regelmäßig mehr Gehalt. Und wie halten es die Unternehmensvertreter? Laut dem Großteil der 133 befragten Personalverantwortlichen, Geschäftsführer und Führungskräfte – 43 Prozent – können ihre Beschäftigten eine eventuelle Erhöhung jederzeit thematisieren. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) gab an, dass sie Teil des Mitarbeitergesprächs ist. „Nur Thema bei entsprechender Leistung“, so 14 Prozent. Sieben Prozent antworteten: „Bei uns gibt es ausschließlich Vorrückungen.“

Leistung belohnen

„Über Geld spricht man nicht‘, mag in vielen Bereichen gelten, im Job mit Sicherheit nicht“, betont Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at. „Die Leistung der Mitarbeiter muss Unternehmen etwas wert sein.“ Die VN haben einige Tipps für das Gehaltsgespräch zusammengefasst.

Tipp1: Die Vorbereitung

Je besser man inhaltlich und rhetorisch auf das Gehaltsgespräch vorbereitet ist, desto eher bekommt man schlussendlich die erwünschte Gehaltserhöhung. Vorab zu klären gilt: Was genau will ich erreichen? Mit welchen Gegenargumenten könnte der Chef um die Ecke kommen – und wie kann ich diese entkräften?

Tipp 2: Eigenen Marktwert kennen

Um das eigene (zukünftige) Gehalt realistisch einschätzen zu können, ist es wissenswert, wie hoch das Durchschnittsgehalt für die jeweilige Position ist und wie viel in etwa andere Personen in ähnlichen Jobs verdienen.

Tipp 3: Richtiges Timing

Den Chef morgens, vielleicht auch noch montags, zwischen Tür und Angel abzufangen, ist wohl keine schlaue Herangehensweise. Besser: Zum Beispiel nach dem erfolgreichen Abschluss eines Projekts. Ebenfalls nicht unwichtig ist, wie es gerade um das Unternehmen steht. Gibt es einen Aufwärtstrend, sind die Erfolgschancen einer Gehaltserhöhung ebenfalls höher.

Tipp 4: Selbstbewusstes Auftreten

Das Auftreten bei einer Gehaltsverhandlung spielt eine sehr große Rolle. Erhobenen Hauptes und selbstbewusst sollte man um das eigene Gehalt verhandeln.

Tipp 5: Schlagkräftige Argumente

„Warum sollte ich Ihnen mehr Geld zahlen?“, ist eine Frage, mit der man in jedem Fall rechnen muss.Sie müssen aussagekräftige Gründe, wie persönliche Erfolge, positiv abgeschlossene Projekte oder die Übernahme zusätzlicher Tätigkeiten gedanklich in petto halten, damit sie als Argument für eine Gehaltserhöhung genutzt werden können. Diese Leistungen sollten idealerweise auch nachweisbar sein. Vergleiche mit anderen Mitarbeitern oder Firmen haben jedoch nichts zu suchen. Es geht um die eigenen Qualifikationen.