„Lehrlinge sind die wichtigste Zutat“

Karriere / 18.02.2022 • 10:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Motivation sieht Pichler als das wichtigste Tool während der Lehre.Mondelez

Motivation sieht Pichler als das wichtigste Tool während der Lehre.Mondelez

Die Arbeit mit den Jugendlichen fordert auch das eigene Ich des Ausbilders, sagt Florian Pichler von Mondelez.

Mondelez bildet seit 1997 Lehrlinge aus. Stand Januar 2022 sind zwölf Jugendliche bei Ihnen in Ausbildung. Welche Lehrberufe werden in Ihrem Unternehmen ausgebildet und wo liegt der Ausbildungsschwerpunkt?

Pichler Wir bilden drei Lehrberufe aus: Prozesstechnik, dabei lernen die Jugendlichen in der Produktion die Prozessschritte kennen, von der rohen Kakaobohne bis zur Schokoladentafel. Beim Zweig Maschinenbautechnik/ Elektrotechnik findet die Grundausbildung in der ­Lehrwerkstatt statt. Dann wird rotiert im Instandhaltungsteam der Zentralwerkstatt und mit aktivem Mitarbeiten bei Anlagenrevisionen und bei der technischen Optimierung. Wer Labortechnik lernt, arbeitet im Labor mit, sowie in der Produktion.

Sie sind seit fünf Jahren Lehrlingsausbilder im Maschinenbau bzw. Prozesstechnik. Wie gefällt Ihnen Ihr Job?

Pichler Die Tätigkeit als Ausbilder ist voller Abwechslung und macht wahnsinnig viel Freude. Denn die tägliche Arbeit mit den Lehrlingen ist sehr facettenreich und fordert gleichzeitig auch das eigene Ich des Ausbilders. So wird die Arbeit niemals langweilig oder eintönig. Ein guter Ausbilder besitzt fachliche Kompetenz. Er verfügt über eine gewisse Toleranzgrenze und ist auf konsequente Art streng, aber fair. Wichtig ist auch, dass er die Probleme, die ihm die Lehrlinge erzählen, vertraulich behandelt.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den jungen Menschen gemacht?

Pichler Ein Ausbilder sollte die Lehrlinge verstehen. Er sollte sich den jugendlichen Übermut vor Augen führen und nachdenken, wie er selbst in diesem Alter agiert und reagiert hat. Wichtig ist es, den Auszubildenden zum selbstständigen und verantwortungsbewussten Arbeiten zu motivieren. Motivation ist überhaupt das Wichtigste in der Ausbildung und gelingt nur, wenn der Ausbilder selber mit Freude bei der Arbeit ist.

Wie sehr beeinflusst Corona den Arbeitsalltag?

Pichler Wir haben seit Beginn der Corona-Ausbreitung als Unternehmen sehr klare und genaue Richtlinien gestartet. Dadurch konnten wir den Ausbildungsbetrieb ohne Homeoffice überstehen. Wir waren schon vor der Pandemie digital sehr gut aufgestellt und konnten dadurch sehr schnell reagieren.

Wie wichtig sind die Lehrlinge für den Betrieb?

Pichler Die Auszubildenden sind die wichtigste Zutat und die Zukunft des Unternehmens. Um unsere wichtigsten Zutaten – Lehrlinge als Fachkräfte von morgen – zu rekrutieren, haben wir unseren Fokus auf das Lehrberufsmarketing, Rekrutierung und Onboarding gesetzt. Wir nehmen uns die Zeit für jeden Schnupperkandidaten, ein Kandidat pro Tag und eine 1:1 Betreuung. Die Zeit die man in das Lehrberufsmarketing, Rekrutierung, Onboarding und Schnupperkandidaten investiert, zahlt sich im Nachhinein mehr als nur aus.

Was wünschen Sie sich von Ihren Lehrlingen?

Pichler Ehrlichkeit, Freude am Lernen, Motivation. Die Lehrlinge sollen genau so wie wir Ausbilder mit Motivation und einer Portion Vorfreude ihren Ausbildungstag starten.

Ihr Unternehmen ist schon seit über 13 Jahren Ausgezeichneter Lehrbetrieb.

Pichler Ja, wir am Standort Bludenz haben das Ziel, uns jedes Jahr zu verbessern. In der Ausbildung wie auch in der Wirtschaft gibt es keinen Stillstand und wir arbeiten kontinuierlich daran, die Ausbildung an die Next Generation anzupassen. Unsere Mission in der Ausbildung lautet „Kompetenzen entwickeln, Karriere machen“. MEC

Zur Person

Florian Pichler

www.mondelezinternational.com

Ausbildung Meister Elektrotechnik div. Weiterbildungskurse

Alter:45 Jahre

Familie verheiratet, zwei Söhne

Hobbys Skifahren, Radfahren