Bach auf besondere Art

Kultur / 26.10.2012 • 20:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das war ein Highlight der laufenden „Pforte“-Saison. Foto: JU
Das war ein Highlight der laufenden „Pforte“-Saison. Foto: JU

Das Emsembe ConSequenza überzeugte in der „Pforte“-Reihe mit Bach-Kantaten.

feldkirch. Das war sicherlich ein Highlight in der laufenden „Pforte“-Saison, was sich bereits bei der öffentlichen Generalprobe für das gestrige Konzert abgezeichnet hat, von Qualität und Umfang her. Drei Bach-Kantaten mit Solistenquartett und dem 12-köpfig besetzten Ensemble ConSequenza erforderten den Umzug vom Pförtnerhaus in den Saal des Konservatoriums.

Und wieder zeigt sich ConSequenza auf der Höhe barocker Interpretationskunst. Als Beispiel dafür mag allein gelten, dass man mutig, aber authentisch anstelle eines weiblichen Alt einen männlichen Altus ins Quartett gehievt und für die zweite Kantate gemäß dem Original neben den beiden Oboe d’amore auch zwei seltene Oboen da caccia aufgetrieben hat.

Aus Bachs über 200 erhaltenen Kantaten hat Engel drei frühe von 1724 ausgewählt. In der ersten, „Schauet doch und seht, ob irgend ein Schmerz sei“, BWV 46, wird die Sündhaftigkeit des Menschen angeprangert, die zweite, „Jesu, der du meine Seele“, BWV 78, nimmt Bezug auf die Passion Christi als Auftrag für den Menschen. Die dritte, „Schmücke dich, o liebe Seele“, BWV 180, ist eine Einladung Jesu zum Hochzeitsmahl im Einklang mit dem Glauben, der Welt.

In einem schlanken, rhythmisch durchpulsten und transparenten Klangbild werden die Besonderheiten der einzelnen Werke herausgearbeitet.

Harmonisch

Immer wieder treten in den Arien bestimmte Instrumente „konzertierend“ in Wettstreit mit den Solosängern, so die Naturtrompete (Herbert Walser-Breuss), die Blockflöten (Thomas Engel, Claudia Gerauer), die Traversflöte (Sieglinde Größinger) oder die Barockoboen (Andreas Helm, Emiliano Rodolfi). Das Continuo ist verlässlich mit Johannes Hämmerle an der Orgel und Kaspar Singer am Cello besetzt. Das Solistenquartett harmoniert in den Chören und Chorälen recht einheitlich, bei den Soloarien freilich gibt es Unterschiede. Die reifste Leistung zeigt der als Evangelist international gefragte Wiener Tenor Daniel Johannsen mit leichtgängigen Koloraturen, auf fast gleicher Höhe agiert der oberösterreichische Bassist Matthias Helm. Manchmal rhythmisch noch etwas unsicher, aber mit tollem Altus ausgestattet ist der Tiroler Markus Forster. Die amerikanische Sopranistin Andrea Lauren Brown wirkt stimmlich oft einförmig, in höheren Lagen angestrengt und zu übermütig.

Hörfunkwiedergabe: 18. November, 20.05 Uhr, Radio Vorarlberg