Ein sehr kluger Panther

Kultur / 02.11.2012 • 20:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bérénice Marlohe gibt den Bond-Girls ein neues Format. Foto: AP
Bérénice Marlohe gibt den Bond-Girls ein neues Format. Foto: AP

Dass der neue Bond so erfolgreich ist, hat sicher auch mit der Frau an seiner Seite zu tun.

Berlin. Schön, rassig, gefährlich: Im neuesten James-Bond-Abenteuer hat der Geheimagent 007 eine außergewöhnliche Frau an seiner Seite. Im Film heißt sie Severine, im Privatleben Bérénice Marlohe. Die 33-Jährige ist eine interessante Mixtur: Die Mutter ist Französin, der Vater chinesisch-kambodschanischer Herkunft.

Um diese Rolle zu bekommen, hatten Sie keinerlei Protektion. Sie haben es nach der Devise „Hilf dir selbst, dann hilft dir Bond“ geschafft. Wie?

BÉRÉNICE MARLOHE: Ich hatte gelesen, dass in Paris Auditions stattfinden würden. Freunde ermutigten mich: „Geh hin!“ Ich setzte mich an den Computer und fand im Internet den Namen des zuständigen Castingchefs. Ich nahm Kontakt auf, es klappte tatsächlich, danach musste ich nach London, um Regisseur Sam Mendes zwei Szenen vorzuspielen, dieselben Szenen probte ich ein weiteres Mal mit Daniel Craig. Dann hatte ich die Rolle.

Was hat besonders für Sie gesprochen?

MARLOHE: Genau weiß ich das nicht, aber Sam Mendes sagte nachher zu den Produzenten, genau so habe er sich ein Bond-Girl vorgestellt. Meine Auffassung von Severine stand zu diesem Zeitpunkt schon fest: Sehr feminin, aber gemischt mit männlichem Charisma. Und animalisch. Ein bisschen Drache, Schlange, schwarzer Panther. Ich bin gern ein schlimmes Mädchen.

Sexy sollen Sie natürlich auch sein?

MARLOHE: Sie meinen, dass ich ausgezogen mit einem Mann im Bett liege? Darüber dachte ich gar nicht viel nach. Das kam erst, als sie mir das Make-up und die richtige Kleidung, die ich ausziehen sollte, verpassten.

Beim vorigen Bond-Film „Ein Quantum Trost“ erzählte Gemma Arterton, Daniel Craig habe sie unerwartet zurückgeküsst. Ist Ihnen das auch passiert?

MARLOHE: Nein, aber ich liebe es, wenn große Schauspieler und Persönlichkeiten im Studio mit spontanen Ideen kommen.

Wie waren die Küsse mit James Bond?

MARLOHE: Gehörten zu meinem Job. Aber wenn ich beruflich einen attraktiven, interessanten Mann küssen muss, so darf man das nicht unbedingt als Opfer bezeichnen.

Wer waren Ihre Lieblings-Bond-Damen?

MARLOHE: Grace Jones und Famke Jenssen in „Golden­Eye“.

Und welcher Filmtod der Bond- Damen war für Sie der beste?

MARLOHE: Meiner.

Bei der Weltpremiere in London hatten Sie auch einen Small Talk mit Prinz Charles. Was hat er gesagt?

MARLOHE: Er hat mich gefragt, ob ich je Shakespeare gespielt habe. Ich musste leider antworten: „No, Sir.“ Und ich habe mich sehr geschämt.

Er hat mich gefragt, ob ich je Shakespeare gespielt habe.

Bérénice Marlohe

„Skyfall“, der neue Bond, ist in den Kinos angelaufen und wird sehr gelobt.