Herrlich ist es, sich so zu gruseln

Kultur / 02.11.2012 • 21:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beweisen im Gruselstück nach feinster britischer Manier große Spielfreude: Tristan Jorde und Martin Sommerlechner.
Beweisen im Gruselstück nach feinster britischer Manier große Spielfreude: Tristan Jorde und Martin Sommerlechner.

„Die Frau in Schwarz“ sorgt derzeit für Grusel und Gänsehaut.

Bregenz. (VN-vf) Ein Haus im Moor, eine Tote, ein junger Anwalt, der ans Ende der Welt reist, um ihre Papiere zu ordnen, und eine gespenstische Dame in Schwarz, die den Lebenden nicht allzu gut gesinnt zu sein scheint. Die Zutaten klingen einfach. Und doch strickt Stephen Malatratt mit seiner „Frau in Schwarz“ ein dicht verwobenes und kompaktes Gruselstück nach feinster britischer Manier. 23 Jahre lief es im Londoner Westend und das verwundert nicht, denn das Stück ist wirklich gut. Jetzt ist es im Bregenzer Shed8 zu sehen. Und da ist alles, was man dazu braucht, um die Nackenhärchen in Hochspannung zu versetzen und die Gänsehaut zu Höchstleistungen zu treiben – Spuk und Gespenster inklusive.

Perfekt für Herbstabende

Mit „Die Frau in Schwarz“ setzten sich Renate Bauer und Martin Sommerlechner, die Namen hinter „Shakespeare, das Theater“, also wirklich ein Werk auf den Spielplan, das in die düsteren Herbstabende passt wie die Faust aufs Auge. Mit Tristan Jorde holten sie sich einen versierten Akteur auf die Bühne, und Katie Baddams macht als Geisterdame das Quartett komplett. Renate Bauer machte sich über die Textbücher her und entwickelte für die Vorarlberger Produktion des „Ein Gespenst und zwei Personen“-Stücks ein Regiekonzept, das mit einfachen Mitteln große Wirkung erzeugt.

Getragen werden die rund eineinhalb Stunden Grusel natürlich von den drei Akteuren Tristan Jorde, Martin Sommerlechner und Katie Baddams, die wirklich große Spielfreude zeigen, auch wenn man an manchen Stellen noch etwas subtiler an den Nervenenden kitzeln könnte. Auch braucht das Stück etwas Starthilfe, bis es denn so richtig Fahrt aufnimmt. Dann aber erscheint Katie Baddams als schwarze Dame wirklich plötzlich und geisterhaft-bedrohlich, dann schlüpfen Tristan Jorde und Martin Sommerlechner von Rolle zu Rolle und bauen gemeinsam mit dem Publikum an den schauerlich-schönen Phantasiewelten. Gut, manches ist etwas überzeichnet, manches etwas platt, gruseln kann und darf man sich aber trotzdem. Und damit hat man doch ganz die Zielvorgabe des Stückes erreicht.

„Die Frau in Schwarz“ ist noch am 3. November, 20 Uhr und am 4. November, 17 und 20 Uhr im Bregenzer „Shed“ zu sehen. Weitere Termine: 30. November, 20 Uhr, Remise Bludenz. Infos: www.shakespearedastheater.com.