Mozart mit dem Energy Drink

Kultur / 07.11.2012 • 21:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Die Salzburger Festspiele schöpfen 2013 aus dem Vollen und bieten 280 Events.

Salzburg. Mit seinem 60- Millionen-Euro-Budget bietet Alexander Pereira von 19. Juli bis 1. September 2013 sehr viel und vor allem einen neuen „Jedermann“. Das traditionsreiche Mysterienspiel auf dem Domplatz wird von Julian Crouch und Brian Mertes neu in Szene gesetzt. In die Titelrolle wird Cornelius Obonya schlüpfen, als Buhlschaft haben die Festspiele Brigitte Hobmeier engagiert.

Abgesehen von diesen Neuigkeiten von „nationalem Interesse“ (Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf ironisch) haben die Festspiele vielfach bereits bekannte Titel und Werke genannt. Die Oper „Gawain“ von Harrison Birtwistle wird statt der geplanten, doch nun verschobenen Uraufführung von György Kurtág gezeigt. Weiters hat Festspielintendant Alexander Pereira zum Verdi-Jahr einen neuen „Falstaff“ und einen „Don Carlo“ in der Regie von Peter Stein angekündigt sowie konzertante Aufführungen von „Giovanna
d’Arco“ und „Nabucco“. Dem Wagner-Jubiläum wird mit „Die Meistersinger von Nürnberg“ und einer konzertanten Aufführung des Jugendwerks „Rienzi“ entsprochen. Mozart ist mit „Cosi fan tutte“ und „Lucio Silla“ sowie mit einer „Oper, die aus der Reihe tanzt“ (Pereira) vertreten. Die „Entführung aus dem Serail“ soll zusammen mit Red Bull in Hangar 7 und 8 für Publikum und vor allem das Fernsehen produziert werden. Mit von der Partie: Ex-„Jedermann“ Nicholas Ofczarek als Bassa Selim.

Im Schauspiel stehen drei Theater-Klassiker im Zentrum des Programms. Zuerst „Ein Sommernachtstraum“ von Shakespeare im Residenzhof, dann kommt Nestroys „Lumpazivagabundus“ (Regie: Burgtheaterchef Matthias Hartmann) auf der Pernerinsel und schließlich Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ im Landestheater. Neben Maschinenpuppen- und Märchentheater gibt es im Rahmen des „Young Directors Project“ Theater aus Persien und England sowie einen „Jedermann“-Monolog und eine theatralische Hommage an Filmregisseur Luis Buñuel.

Ganzer Mahler und viele Junge

Das Konzertprogramm ist dicht und prominent besetzt. Am Beginn steht die Ouverture spirituelle mit insgesamt 13 verschiedenen Programmen geistlicher Musik von der Gregorianik bis zu buddhistischen Gesängen. Die Wiener Philharmoniker werden in ihren fünf Festspielkonzerten von Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Christian Thielemann, Riccardo Muti und Lorin Maazel dirigiert. Pereira hat zudem einen kompletten Zyklus aller vollendeten Mahler-Symphonien, sämtliche Streichquartette von Beethoven sowie Uraufführungen in der Reihe „Salzburg Contemporary“ angekündigt.

Für Aufsehen wird das venezolanische Musikschulprojekt von „El Sistema“ sorgen, bei dem 380.000 Kinder in die Schule geschickt und an Instrumenten ausgebildet werden. Projektgründer Juan Antonio Abreu ist zugleich der Eröffnungsredner.