Eine Messe voller Dynamik

Kultur / 28.11.2012 • 21:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Herbert Heinzle mit seinem Kirchenchor. Foto: Jurmann
Herbert Heinzle mit seinem Kirchenchor. Foto: Jurmann

Herbert Heinzle schrieb sein neuestes Werk
für einen Schweizer Kirchenchor.

Kobelwald. (VN-ju) Der Götzner Herbert Heinzle (71), Urgestein der Chorszene in Vorarlberg, lässt als Komponist wieder von sich hören. Für den von ihm seit elf Jahren geleiteten Kirchenchor des 700 Seelen zählenden Schweizer Bergdörfchens Kobelwald schrieb er eine „Kobelwälder Messe“. Die Uraufführung wurde dort begeistert aufgenommen.

Herbert Heinzle ist vielen heute noch als Leiter der „Vogelweider“ oder der Götzner „Harmonie“ in Erinnerung, bekannt wurden aber auch seine Lieder wie „Rund umma Kumma“ nach Texten des verstorbenen Rudi Kurzemann. Heinzles erste Messe ist nach eigenen Textvorlagen entstanden, die er in einer knappen, eingängigen Art „im Volkston“ in Musik setzte. Mit dieser schlichten, aber niemals billigen „volkstümlichen“ Tonsprache hat er für diesen Ort den Nerv der Bevölkerung getroffen. Und damit auch die 25 Sängerinnen und Sänger des auf eine über 90-jährige Tradition zurückblickenden Kirchenchores nicht überfordert.

Ernst und freudig

Die Messe entstand im vergangenen Sommer innerhalb von acht Tagen, als Heinzle nach einem Unfall unfreiwillig längere Zeit ans Haus gefesselt war. Ein „Kyrie“, das er schon immer schreiben wollte, bildete die Keimzelle. Sowohl hier wie im „Sanctus“ hat Heinzle als Besonderheit die lateinischen Ausdrücke des Messtextes den deutschen gegenübergestellt, mit den in Moll gehaltenen Teilen „Kyrie“ und „Agnus“ die Dreiklangsharmonik erweitert und auch deutlich ernstere Töne angeschlagen. Dem stehen ein freudig aufjauchzendes „Gloria“, ein schlicht-gläubiges „Credo“ und ein fröhliches „Sanctus“ gegenüber, das in schnellen Achtelbewegungen entfernt an Elemente des Jodlers erinnert.

Zur Uraufführung während der Sonntagsmesse waren Interessenten von befreundeten Chören erschienen. Der Kirchenchor hatte sich, verstärkt durch Sängerinnen und Sänger aus Vorarlberg, wirkungsvoll im Altarraum postiert. Dort konnte Heinzle als Dirigent das sorgfältig erarbeitete Werk mit viel Schwung, aber auch mit dem Ausdruck tiefer Gläubigkeit, voll Dynamik und gut verständlich abrufen.

Heinzle stellt das Notenmaterial Chorleitern zur Verfügung.
Tel. 0650/2345459