Kunstpreis für Maria Anwander

Kultur / 02.12.2012 • 21:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Maria Anwander hat auch den Kunst-Bauzaun am Vorarlberg Museum geschaffen. Foto: VN
Maria Anwander hat auch den Kunst-Bauzaun am Vorarlberg Museum geschaffen. Foto: VN

Der Hospiz-Kunstpreis geht heuer an die Vorarlbergerin Maria Anwander.

Bregenz. Bereits zum vierten Mal verliehen die Galeristen Ursula und Florian Werner den Hospiz-Kunstpreis. In diesem Jahr geht der Preis an die junge Vorarlberger Künstlerin Maria Anwander.

„Maria Anwander vereint in ihrer künstlerischen Arbeit auf einmalige Art und Weise konzeptionelle und institutionskritische Ansätze und schafft es, diese in eine klare, bildhafte Sprache zu übersetzen“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Betriebssystem hinterfragt

Die Künstlerin sucht in ihrer Arbeit eine stete Auseinandersetzung mit dem Betriebssystem Kunst, seinen Normierungen und Regelwerken. Auf teils ironische Weise greift sie in dieses System ein, um es offenzulegen. So hat sie über mehrere Jahre Titelschilder aus Museen und Kunstinstitutionen „gestohlen“, sie zur eigenen Kunst erklärt und in einer Ausstellung gezeigt. Dem Museum of Modern Art in New York schenkte sie einen Kuss, den sie in einem Ausstellungsraum als Lippenstiftspur hinterlassen hat. Aneignungsprozesse wie diese und die einhergehende Frage nach der Autorenschaft eines Kunstwerks sind der Inhalt Arbeiten, zu denen auch der Kunst-Bauzaun am Vorarlberg Museum in Bregenz mit den Namensschildern aller Werke aus den Sammlungsbeständen zählt.

Die bisherigen Preisträger waren Peter Nikolaus Heikenwälder und Anna Lehmann-Brauns aus Deutschland sowie der Österreicher Alfredo Barsuglia.