Nie hat der Nobelpreis für Literatur so irritiert

Kultur / 10.12.2012 • 21:08 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
König Carl XVI. Gustaf zeichnete gestern in Stockholm den chinesischen Schriftsteller Mo Yan mit dem Nobelpreis aus. Foto: AP
König Carl XVI. Gustaf zeichnete gestern in Stockholm den chinesischen Schriftsteller Mo Yan mit dem Nobelpreis aus. Foto: AP

Chinese Mo Yan weigerte sich, Petition zur Freilassung von Friedensnobelpreisträger zu unterzeichnen.

Stockholm. Selten ist der Nobelpreis für Literatur so umstritten gewesen wie heuer. Der Chinese Mo Yan konnte die Auszeichnung am Montag in Stockholm in Empfang nehmen. Kritiker werfen ihm Anpassung an Chinas Führung vor. Die Schwedische Akademie begründete die Vergabe damit, dass er in seinen Romanen „mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint“.

Mo Yan reagierte mit der Einstufung der Kritik an der Vergabe als „Schmutzwasser“. Er weigerte sich, eine Petition von 134 anderen Nobelpreisträgern zur Freilassung des inhaftierten chinesischen Friedensnobelpreisträgers von 2010, Liu Xiaobo, zu unterzeichnen. Zur Zensur in China meinte er, es gebe Ähnliches in jedem Land der Welt mit nur graduellen Unterschieden.