Start für Theaterzentrum erfolgt

Kultur / 10.12.2012 • 21:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Goethes „Faust“ war heuer derart nachgefragt, dass nicht alle Kartenwünsche befriedigt werden konnten. In Zukunft sind Wiederaufnahmen eher möglich. Foto: VN
Goethes „Faust“ war heuer derart nachgefragt, dass nicht alle Kartenwünsche befriedigt werden konnten. In Zukunft sind Wiederaufnahmen eher möglich. Foto: VN

Übernahme des Kornmarktgebäudes wertet das Landestheater als Meilenstein. Kostenpunkt: 350.000 Euro.

Bregenz. (VN-cd) Intendant Alexander Kubelka bezeichnete den gestrigen Montag als „Feiertag für das Landestheater“, und für den kaufmännischen Leiter, dem Geschäftsführer der Kulturhäuser Betriebsgesellschaft Werner Döring, stimmt die Kalkulation. Die Mehrkosten, mit denen sich das Land Vorarlberg nun die Hoheit im Gebäude der Stadt Bregenz sicherte, belaufen sich auf 350.000 Euro. Miete, Betriebskosten und ein Beitrag für den einstigen Umbau waren bislang schon zu bezahlen, nicht immer konnte die Summe aber als effizient eingesetzt bezeichnet werden. Die Zeiten, in denen das Theater – laut Vertrag – mehr oder weniger das ganze Haus anmieten musste, wenn es nur einen Saal nutzen wollte, sind mit der gestern unterzeichneten und ab 1. Jänner 2013 gültigen Übernahme des Betriebes vorbei. Zusatzaufführungen können flexibel angesetzt werden und – so banal es klingt – auch die Einrichtung eines Kommunikationsraumes für Künstler und Publikum ist erst jetzt möglich.

Bessere Voraussetzungen

Die Voraussetzungen dafür, ein echtes Landestheater zu sein, seien nun, so Kubelka, gegeben: „Wir haben die Möglichkeit, mehr Qualität zu bieten und mehr Identität zu schaffen.“ Für den Kärntner, der vor knapp dreieinhalb Jahren nach Vorarlberg zog, ist Letzteres ein wichtiger Begriff. Mit der stärkeren Betonung des Experimentellen, mit einer erweiterten Kommunikation mit dem Publikum und der Berücksichtigung von daraus resultierenden Wünschen sieht er ihm eher entsprochen, als es bislang der Fall sein konnte.

Dass der bestehende Mietvertrag mit der Stadt ohnehin nur bis 2015 läuft und daher neu aufzusetzen wäre, hat die Entscheidung sicher beschleunigt. Für die Stadt ist es ein guter Deal, dass sich das Land Vorarlberg die Betriebsübernahme – wie im jüngsten Rechnungshofbericht beanstandet wurde – sehr oder zu teuer erkauft hätte, sieht Geschäftsführer Werner Döring nicht. Notwendig gewordene zusätzliche Belegtage und die dabei anfallenden Betriebskosten hätten bisher ordentlich gekostet, für die ausgewiesenen Mehrkosten habe man nun die volle Nutzung. Döring: „Der Freiraum, den das Theater gewinnt, ist ein erheblicher.“ Welche Einsparungen möglich sind, wenn Bühnenbilder etwa weniger oft auf- und abgebaut werden müssten, habe der Rechnungshof noch gar nicht bewerten können.

Umsatz- und Besucherplus

Im Überprüfungszeitraum von fünf Jahren hat das Landestheater die Zahl der Inszenierungen – inklusive der Angebote für Kinder – verdoppeln können, die Besucherzahlen sind um 20 Prozent gestiegen. Bei einem Spielplanbudget, das von 2,7 Millionen auf etwa 3 Millionen Euro steigt, sieht Intendant Kubelka es als Auftrag, dass die Zahlen weiter nach oben gehen. Man habe auch einen Zuwachs von acht bis neun Prozent bei den Abonnenten und habe mitunter feststellen können, dass man gar nicht alle Kartenwünsche befriedigen konnte. In Zukunft sind längere Laufzeiten von stark nachgefragten Produktionen und Wiederaufnahmen möglich. ##Christa Dietrich-Rudas##

Wir haben nun die Möglichkeit, mehr Qualität zu bieten und mehr Identität zu schaffen.

Alexander Kubelka
Im Landestheater, dem Bau zwischen Kunsthaus und Landesmuseum, ist die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft nun auch Hausherr. Foto: VN
Im Landestheater, dem Bau zwischen Kunsthaus und Landesmuseum, ist die Kulturhäuser Betriebsgesellschaft nun auch Hausherr. Foto: VN