Ein neues Seherlebnis

Kultur / 11.12.2012 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit kaum einem Film der letzten Zeit verbinden sich so viele Erwartungen wie mit dem „Hobbit“. Foto: Warner Bros.
Mit kaum einem Film der letzten Zeit verbinden sich so viele Erwartungen wie mit dem „Hobbit“. Foto: Warner Bros.

Der erste Teil der „Hobbit“-Trilogie kommt heute von Mittelerde nach Europa.

London. „In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit“. Die erste Zeile von J.R.R. Tolkiens Kinderbuch „Der kleine Hobbit“ aus dem Jahr 1937 ist eigentlich nicht mehr zu toppen. In der heiß ersehnten Kino-Verfilmung von Regisseur Peter Jackson geht es statt mit sanft-ironischen Worten mit machtvollen Bildern und Kampfszenen los. Damit ist der Ton gesetzt. Wer den „Hobbit“ genießen will, der muss sich von der geliebten Buchvorlage lösen. Denn Tolkiens Version der Abenteuer vom haarigen Bilbo Beutlin liefert zwar die komplexe Welt Mittelerde, die wichtigsten Charaktere und Grundzüge der Geschichte, doch Jacksons „Hobbit“ nimmt ein Eigenleben an und wird zu etwas Neuem.

Das liegt nicht nur daran, dass der oft augenzwinkernde, an junge Leser gerichtete Ton der Literaturvorlage durch lange Kampfszenen und brutale Darstellungen von Orks oder Trollen etwas erwachsener gemacht wurde. Jackson und sein Team haben sich kräftig an den umfangreichen Notizen Tolkiens (1892–1973) bedient, die der Brite als Anhang seines Monumentalwerks „Der Herr der Ringe“ veröffentlichte, das in den 1950er-Jahren erschien und ihn berühmt machte.

Eine eigene Welt geschaffen

Der als exzentrisch geltende Literaturprofessor hatte für seine Bücher eine komplette eigene Welt geschaffen, inklusive verschiedener Sprachen und einer eigenen Historie und Mythologie. Die baut Jackson um den „Hobbit“ herum. Damit ist auch die Frage beantwortet, wie es möglich sein kann, aus einem vergleichsweise kurzen Kinderbuch drei große Kinofilme zu machen.

Der erste Teil erzählt nun, wie Bilbo in die weite Welt auszieht und zusammen mit einer Gruppe von Zwergen gegen böse Mächte kämpfen muss. Als Zuschauer muss man Zwerge und Zauberer, Elben, martialisch aussehende Orks und Trolle mögen. Auch Wagnerianischer Musik sollte man nicht zu kritisch gegenüberstehen.

Wer das erfüllt, der kann sich im Kinosessel zurücklehnen. Wobei man dort nicht lange bleibt. Die Action-Szenen spielt Jackson teilweise in einem derartigen Tempo ab, dass einem buchstäblich der Atem stockt. Er hat die neueste Technik eingesetzt und schafft damit tatsächlich ein neues Seherlebnis.

Hobbit-Museum in der Schweiz

Der deutsche Ex-Fondsmanager Bernd Greisinger baut am Rand des Dorfes Jenins im Kanton Graubünden ein unterirdisches Museum für seine „Mittelerde Collection“. Sie sei die international größte Sammlung von Kunst, Literatur und Merchandising-Artikeln zur Hobbit-Welt und den Filmversionen seiner Werke, erklärt Greisinger. Das Museum soll im September 2013 eröffnet werden.

„Der Hobbit“ kommt ab 12., „Omamamia“ ab 14. Dezember in die österreichischen Kinos